CRS − Common Reporting Standard

Am 9. Dezember 2014 hat der Rat der Europäischen Union eine tiefgreifende Änderung der Amtshilferichtlinie beschlossen. Die nun erlassene „Richtlinie des Rates zur Änderung der Richtlinie 2011/16/EU bezüglich der Verpfl ichtung zum automatischen Austausch von Informationen im Bereich der Besteuerung“ sieht vor, dass Mitgliedstaaten Informationen über Steuerpfl ichtige in einem automatisierten Verfahren austauschen. Konkret werden Finanzinstitute verpflichtet, steuerrelevante Informationen über ihre Kontoinhaber zu erheben und an die nationale Behörde zu melden (in Deutschland das Bundeszentralamt für Steuern, BZSt), welche dann wiederum die Daten an das „Heimatland“ des Kontoinhabers weiterleitet.

Das Verfahren, das allgemein als Common Reporting Standard (CRS) bezeichnet wird, soll in Steuerfragen als ein europäischer und internationaler Standard für Transparenz und Informationsaustausch etabliert werden und geht letztlich auf den seit 1. Juli 2014 geltenden Informationsaustausch „FATCA“ zurück, der nach dem gleichen Prinzip die Meldung von Informationen über US-Steuerpfl ichtige an die USA vorsieht. CRS soll gem. Art. 2 Änd-RL ab 1. Januar 2016 angewandt werden, wobei der erstmalige Austausch zwischen den Mitgliedstaaten am 30. September 2017 stattfinden wird.

Die betroffenen Finanzinstitute werden in einem sehr knappen Zeitfenster sicherstellen müssen, dass sie rechtzeitig die notwendigen Umsetzungsarbeiten zu CRS gewährleisten.

Die vorliegenden Ausführungen haben zum Ziel, den aktuellen Stand zu CRS aus der Perspektive einer Bank darzustellen. Sie richten sich an alle Organisationseinheiten in Banken, die sich mit der Umsetzung des CRS befassen wie Legal, Tax, Compliance, Risk Management, Organisation und IT.

 

Autor                     
Andreas Ruckes, LL.M., Rechtsanwalt, ist Gruppenleiter in der Steuerabteilung einer deutschen Großbank und betreut in dieser Funktion fachlich das CRS-Projekt der Bank. Er ist Autor des Buchs „FATCA – Foreign Account Tax Compliance Act“, das im Bank-Verlag erschienen ist, sowie diverser Beiträge in Fachpublikationen des Steuerrechts.

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