Anti-Geldwäsche-Kommission beim Vatikan
01.10.2020

Finanzexperten fühlen dem Klerus auf den Zahn: Dem Vatikan stand am Mittwoch Besuch von der Anti-Geldwäsche-Kommission Moneyval ins Haus. Zwei Wochen lang sollten die Inspektoren des Europarats aus Straßburg vor Ort untersuchen, welche Fortschritte der Heilige Stuhl in den vergangenen Jahren im Kampf gegen zwielichtige Geldgeschäfte und Terrorfinanzierung gemacht habe, teilte das Nachrichtenportal katholische.de mit. Für die Kirchenleitung stehe dabei viel auf dem Spiel, hieß es. Die turnusmäßigen Länderreports bestimmten die Vertrauenswürdigkeit als Finanzplatz. Doch bei interner Transparenz und Selbstkontrolle habe sich der Vatikan zuletzt nicht in bester Verfassung gezeigt.

Der Moneyval-Bericht 2017 bescheinigte dem Vatikan den Angaben zufolge Fortschritte, habe aber eine bessere Rechtsdurchsetzung angemahnt, hieß es weiter. So werde bei der nächsten Überprüfung eine Rolle spielen, ob jahrelang hängende Ermittlungen vorankommen und zu Ergebnissen führen. Zudem habe die Kommission damals eine personelle Unterbesetzung der vatikanischen Finanzaufsicht bemängelt. Moneyval ist das wichtigste Monitoring-Instrument des Europarats für die Bewertung von Maßnahmen gegen Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung. (ud)

Bildquelle: iStock.com/aprott


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