Anwendung und Auslegung des Geldwäschegesetzes
14.12.2018

Geldwäsche ist nicht mehr nur ein Thema, das „Bananenrepubliken“ oder Offshore-Gebiete betrifft. Auch innerhalb der EU wurden in den letzten Jahren mehrfach Geldwäsche-Fälle bei Banken bekannt, selbst in Deutschland. „Es sind bewegte Zeiten für die Geldwäscheprävention“, sagte BaFin-Exekutivdirektor Dr. Thorsten Pötzsch im Rahmen der Geldwäsche-Fachtagung der BaFin im Bonner World Conference Center. Mehr als 500 Branchenvertreter konnten sich dort mit den Aufsehern über wichtige Fragen der Geldwäscheprävention auszutauschen. Die Finanzdienstleistungsaufsicht werde alles daransetzen, die Sachverhalte, die den Vorwürfen zugrunde liegen, aufzuklären und – falls erforderlich – die notwendigen Maßnahmen ergreifen, versicherte Pötzsch. Er forderte eine vollständige Harmonisierung der Vorgaben zum Thema Geldwäsche in Europa, eine „Mindestharmonisierung“ reiche nicht aus, und wer die Geldwäscheprävention als weniger bedeutsam bezeichne oder meine, dabei könne gespart werden, sei nicht auf der Höhe der Zeit. 

Olaf Rachstein vom Bundesministerium der Finanzen erklärte den Konferenzteilnehmern, welche Änderungen durch die Umsetzung der Fünften Geldwäscherichtlinie zu erwarten sind. Christof Schulte, Leiter der Zentralstelle für Finanztransaktionsmeldungen (FIU) berichtete, welche Fragen die noch im Aufbau befindliche Financial Intelligence Unit derzeit vorrangig beschäftigen. Die beim Zoll angesiedelte Stelle ist für die Entgegennahme, Sammlung und Auswertung von Meldungen der Verpflichteten über Verdachtsfälle im Zusammenhang mit Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung zuständig. (kra) 

 

Bildquelle: KONGSAK PHUANGSUB | istockphoto.com 


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