Auch US Behörden ermitteln gegen Danske Bank wegen Geldwäsche
14.09.2018

Sowohl das US-Justizministerium als auch das Finanzministerium und die Börsenaufsicht SEC nehmen die Danske Bank unter die Lupe, nachdem ein Whistleblower vor mehr als zwei Jahren Beschwerde bei der SEC eingelegt hatte, wie der Insider sagte. Die Untersuchungen sind im Gange und stehen im Zusammenhang mit Transaktionen bei der kleinen estnischen Tochter der Danske Bank über mehrere Jahre bis 2015. Das Wall Street Journal hatte Anfang des Monates berichtet, dass die Ermittlungen 150 Mrd. US-Dollar betreffen. 

Der Whisteblower habe die Deutsche Bank und die Citigroup als Banken identifiziert, die bei Transaktionen in die und aus der Danske-Tochter in Estland involviert waren. Beide Banken fallen in den Zuständigkeitsbereich der US-Regulatoren. Die Deutsche Bank habe demnach als Korrespondenzbank für Danske fungiert, sie habe elektronische Dollar-Transfers gehandhabt. Das Moskau-Büro der Citigroup sei in einige der Transfers über die Estland-Tochter der Danske eingebunden gewesen, sagte die informierte Person. 

Ein Sprecher der Danske Bank sagte, das Institut rede oft mit den Regulierungsbehörden. Generell gelte aber die Regel, "dass wir das nicht kommentieren". Sprecher der Deutschen Bank und der Citigroup lehnten eine Stellungnahme ab, ebenso die SEC, das Justiz- und das Finanzministerium. Laut mehreren Vertretern europäischer Behörden haben dänische und estnische Behörden Informationen an die US-Behörden weitergegeben. "Es gibt eine Kooperation, sie beobachten das sehr genau", sagte einer dieser Vertreter.

Beamte aus Estland ermitteln gegen 26 ehemalige Mitarbeiter der Danske Bank, von den unteren Ebenen bis zum ehemaligen Leiter der Estland-Tochter. Ihnen wird vorgeworfen, 230 Mio. US-Dollar von einem mutmaßlich in Russland begangenen Betrug gewaschen zu haben. "In diesem besonderen Fall handelt es sich klar um schmutziges Geld aus einem Verbrechen", sagte Marek Vahing, estnischer Generalstaatsanwalt.

USA machen Druck auf europäische Behörden

Der beim US-Finanzministerium für Terrorismusfinanzierung zuständige Sekretär Marshall Billingslea hat Estland im Mai besucht. Dabei habe er sich vor allem für illegale russische Transaktionen nach Europa interessiert. Die Danske sei dabei nur am Rande erwähnt worden. Billingslea und andere hochrangige Regierungsvertreter sind in ganz Europa herumgereist und haben Druck auf Regulierungsbehörden ausgeübt, Finanzströme aus Russland aggressiver zu verfolgen. Dänemark hat er im August besucht. "Es ist wichtig, dass sie den Kampf gegen Geldwäsche und vor allem die Regulierung von Geld aus Russland verstärken", sagte Billingslea vergangenen Monat vor einem US-Senatsausschuss. "Es gibt enorme Geldbeträge, die sowohl von der organisierten Kriminalität als auch von Putins Umfeld aus Russland herausgeschleust werden."

Dadurch, dass die US-Behörden involviert sind, wird es für Danske Bank noch ungemütlicher. Derzeit ermitteln bereits die dänischen und die estnischen Behörden. Das US-Finanzministerium kann die Dollar-Versorgung ausländischer Banken, die unter Geldwäscheverdacht stehen, einschränken. Das ist eine selten genutzte Strafe, die auch als "Todesstoß-Sanktion" bezeichnet wird, weil sie eine Bank in den Kollaps treiben kann. Bislang wurde dieses Instrument nur gegen kleinere Banken eingesetzt, unter anderem gegen eine lettische Bank, durch die Milliarden von Dollar für russische Waffenhändler und das nordkoreanische Raketenprogramm geflossen sein sollen. Die Bank befindet sich jetzt in der Liquidation.

Das US-Finanz- und das Justizministerium können auch Bußgelder verhängen. Damit werden die Banken getroffen, aber nicht die Kunden, die durch einen Kollaps ihre Einlagen verlieren können. Die Danske Bank hat im vergangenen Jahr eine interne Untersuchung ihrer estnischen Tochter eingeleitet. Ihr Bericht soll am 19. September veröffentlicht werden. (DJN)

 

Bildquelle: milosducati | istockphoto.com


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