Australien will Opfer der Finanzindustrie entschädigen
04.02.2019

In Australien tätige Finanzdienstleister müssen mit einer strengeren Regulierung rechnen. Die australische Regierung kündigte an, die Empfehlungen aus einer jahrelangen Untersuchung der Justizbehörden umzusetzen. Sie sehen vor, den Schutz der Kunden und die Effektivität der Regulierungsbehörden zu stärken.

Die Regierung will ein von der Industrie finanziertes Entschädigungsprogramm für Opfer einrichten, die unter Fehlverhalten von Finanzdienstleistern zu leiden hatten. Das Programm soll sicherstellen, dass die Fälle der Kunden gehört werden und dass sie bekommen was ihnen zusteht. Alle 76 Empfehlungen des aus den Untersuchungen hervorgegangenen Berichts will die Regierung umsetzen. Sie sehen eine strengere Gesetzgebung vor, zudem sollen Banken und andere Finanzdienstleister für ihr Fehlverhalten zur Verantwortung gezogen werden.

Eine Untersuchung der Justizbehörden hatte Skandale zutage gefördert, die sich über einen Zeitraum von mehr als einem Jahrzehnt ereignet hatten. Darunter fallen etwa fehlgeleitete Beratungen von Kunden, falsche Angaben gegenüber den Regulierungsbehörden und Gebührenerhebungen von bereits Verstorbenen. Nachdem sich die Mitte-Rechts-Regierung ursprünglich dagegen gesträubt hatte, leitete sie vor knapp 14 Monaten die Ermittlungen wegen Fehlverhalten bei Banken, Pensionskassen und Finanzdienstleistungen ein. Im vergangenen Jahr gingen mehr als 10.000 Hinweise ein, und es fanden sieben Runden öffentlicher Anhörungen statt. Die australische Regierung will nach Aussage des Finanzministers das Vertrauen in das Finanzsystem wiederherstellen. Gleichzeitig soll die Kreditvergabe beibehalten und der Wettbewerb gestärkt werden. (DJN) 

Bildquelle: ©PhotoAllel | istockphoto.com


[zurück]