Autobanken büßen für Kartellbildung
10.01.2019

Italiens Wettbewerbsaufsicht hat mehrere Automobilhersteller und ihre Banktöchter in dem Land mit einer Geldstrafe von insgesamt rund 678 Mio. Euro belegt. Sie ahnde damit ein mehr als zehn Jahre währendes Autofinanzierungskartell, teilte die Behörde mit. Das Kartell soll zwischen 2003 und 2017 aktiv gewesen sein. Beteiligt waren laut Wettbewerbsaufsicht BMW, Daimler, Fiat Chrysler Automobiles, Ford, General Motors, Renault, Peugeot, Toyota Motor, Volkswagen sowie zwei Wirtschaftsverbände und die Santander Consumer Bank SpA.

Die Untersuchung, die nach einem Kronzeugenantrag von Daimler aufgenommen wurde, ergab nach Angaben der Behörde eine "komplexe und anhaltende Vereinbarung über den Austausch sensibler Informationen über aktuelle und zukünftige Mengen und Preise" über Kredite und andere Kfz-Finanzierungsprodukte. Am härtesten traf die Strafe mit rund 178,9 Mio. Euro Fiat Chrysler, gefolgt von Volkswagen und Renault, die mit 165,0 bzw. 125,2 Mio. Euro belegt wurden. BMW muss 71,6 Mio. Euro zahlen. Von dem Münchener Autobauer hieß es dazu, er wolle die von der Behörde angegebenen Gründe im Detail analysieren und behalte sich das Recht vor, gegen die Entscheidung Berufung einzulegen. 

Daimler habe mit seinem Kronzeugenantrag eine Geldbuße von mehr als 60 Mio. Euro vermieden, so die Regulierungsbehörde weiter. Ein Daimler-Sprecher bestätigte, dass das Unternehmen einen Antrag auf Kronzeugenregelung gestellt und uneingeschränkt mit den Ermittlern zusammengearbeitet habe. Von den übrigen Unternehmen war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.  (DJN) 

Bildquelle: ©RainerPlendl | istockphoto.com


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