Banco Sabadell will weg aus Barcelona

Banco Sabadell will weg aus Barcelona
05.10.2017

Die Unabhängigkeitsbestrebungen der Katalanen führen zu ersten unternehmerischen Konsequenzen: Das spanische Geldhaus Banco de Sabadell will seinen Firmensitz aus der katalanischen Hauptstadt Barcelona abziehen. Der Verwaltungsrat entschied sich für eine Verlegung nach Alicante, auch Oviedo und Madrid waren zuvor im Rennen gewesen, sagte ein Vertreter von Sabadell. Der Aktienkurs der Bank war zuletzt deutlich gefallen. Unternehmen mit Sitz in Katalonien versuchen derzeit, ihre Investoren angesichts der bevorstehenden Unabhängigkeitserklärung des Regionalparlamentes zu beruhigen. Sabadell ist in den drei zur Auswahl stehenden spanischen Städten bereits mit großen Niederlassungen vertreten. Vorwiegend ist dies eine Folge von Zukäufen, die nach der schweren Krise des Bankensektors in Spanien stattfanden. Das größte Geschäft unterhält Sabadell in Alicante, wo das Kreditinstitut 2011 die Regionalsparkasse Caja de Ahorros del Mediterraneo übernahm. Am eigentlichen Geschäft bei Sabadell wird sich durch die Verlegung des Firmensitzes allerdings wenig ändern, sagte der Vertreter der Bank. Dort würden künftig die Verwaltungsratssitzungen stattfinden. Am Markt kursieren auch Spekulationen, dass die in Barcelona ansässige Caixa wegen der Unwägbarkeiten der katalonischen Unabhängigkeitsbestrebungen ihren Sitz verlegen könnte. Die spanische Zeitung El Mundo berichtete, das Geldhaus erörtere zum Schutz seiner Kunden die Möglichkeit eines vorübergehenden Umzugs auf die Balearen, für die Caixa die zweitwichtigste Region. Die Bank wollte sich zu dem Bericht nicht äußern. Nach dem Unabhängigkeitsreferendum vom Wochenende haben die Aktien spanischer Banken in den vergangenen Tagen deutliche Verluste verbucht. Nach den Umzugsgerüchten stiegen die Aktien von Caixa an der Madrider Börse um 1,6 Prozent. (DJN)

 

Bildquelle: © Alfonsodetomas - Fotolia.com

 

 

 


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