Banken- und E-Commerce-Sektor: Bei einer von 50 Transaktionen Betrüger am Werk

Bei einer von 50 Online-Transaktionen Betrüger am Werk
26.05.2020

Online-Banking-Betrug bleibt einer aktuellen Untersuchung zufolge ein relevantes Risiko für Bürger und Unternehmen. Im vergangenen Jahr seien 2 Prozent der Transaktionen im E-Banking und Online Handel von Kriminellen durchgeführt worden. Zudem seien 16 Prozent der analysierten Transaktionen verdächtig gewesen und hätten weitere Untersuchungen gefordert. Am häufigsten kamen demnach Malware und Tools für den Fernzugriff zum Einsatz. Insbesondere im Bereich E-Commerce hätten Cyberkriminelle häufig Werkzeuge eingesetzt, die automatisch programmierte Aktionen zur Kompromittierung ausführen. Diese Erkenntnisse gehen aus dem Kaspersky Fraud Prevention Report 2019 hervor.

Mit einem Anteil von 63 Prozent sei am häufigsten versucht worden, mithilfe von Malware oder legitimer Fernsteuerungssoftware auf persönliche Kundenkonten in betrügerischer Absicht zuzugreifen. Tools, wie AnyDesk, TeamViewer, AirDroid und AhMyth sind dem Report zufolge originär für die externe Fernwartung und Fehlerbehebung konzipiert. Doch Cyberkriminelle hätten die Möglichkeit, diese Tools zu missbrauchen, indem sie sich als Mitarbeiter des Support-Teams eines Bankdienstleisters ausgeben und adressierte Opfer um die Installierung der Software und damit Zugriff auf den Rechner des Opfers bitten.

Zugang zu sensiblen Daten

Auf diese Weise erhielten sie Zugang zu sensiblen Daten wie PINs und Passwörtern, seien in der Lage, Geld abzuheben oder sogar Kreditanträge zu stellen, hieß es weiter. Im Erfolgsfall könnten sie das Konto des Opfers komplett übernehmen und Geld oder Prämien aus Bonusprogrammen stehlen. Bei 34 Prozent der entdeckten Angriffe sei diese Vorgehensweise zum Einsatz gekommen.

Betrügerische Aktivitäten beträfen jedoch nicht nur den Finanzsektor, sondern auch zunehmend den Online Handel. Hierbei ging es den Angaben zufolge in 44 Prozent der Fälle um die Einrichtung gefälschter Konten. Durch Mehrfachregistrierungen in Kundenbindungsprogrammen des Handels erhielten Kriminelle demnach Bonuspunkte, die sie dann mit einem Rabatt weiterverkaufen. Um eine Vielzahl von Konten anzulegen, kämen Bots oder spezielle Tools zum Einsatz, die diese Transaktionen automatisch durchführen. (ud) 

Bildquelle: Photo by Sergey Zolkin on Unsplash


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