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Cybersicherheit: Immer ausgefeiltere Angriffe in Deutschland
22.07.2020

Deutsche Unternehmen schätzen das Bedrohungspotenzial durch Cyberattacken weiter als hoch ein. Laut einer aktuellen Untersuchung geben 70 Prozent der CIOs, CTOs und CISOs an, dass das Volumen der Cyberangriffe in den letzten zwölf Monaten zugenommen habe. 73 Prozent erklären demnach, dass ihre Firma in den letzten zwölf Monaten ein Datenleck erlitten habe. Im Durchschnitt habe ein Unternehmen in diesem Zeitraum durchschnittlich zwei Sicherheitsverletzungen erlitten. 82 Prozent gäben an, dass die Angriffe ausgereifter geworden seien. Fast 86 Prozent der Sicherheitsexperten planten für das kommende Jahr, ihre Investitionen in die Cyberabwehr zu steigern. Das sind die Ergebnisse des dritten Threat Reports zu Cybersicherheit in Deutschland des US-Technologie-Unternehmens VMware, Inc.

Kleine und mittlere Unternehmen (KMUs) mit 501 bis 1000 Beschäftigten seien offenbar stark bedroht, hieß es. Befragte in diesem Sektor berichten demnach über einen durchschnittlichen Anstieg des Angriffsvolumens um 61 Prozent. Dabei handele es sich um Unternehmen, die einerseits in der Regel nicht mit größeren Organisationen vergleichbare Budgets oder interne Ressourcen für IT-Sicherheit besäßen, deren Daten und digitalen Assets andererseits aber immer noch ein lohnendes Ziel für Diebstahl oder Erpressung seien. Diese KMUs sähen sich im Vergleich zu kleineren und größeren Unternehmen signifikant mehr Angriffen und immer ausgereifteren Angriffen ausgesetzt. Bei Unternehmen dieser Kategorie seien dateilose Angriffe der häufigste Angriffstyp. Dieser Typ macht den Angaben zufolge bei KMUs 43 Prozent der gesamten Angriffe aus. Nehme man den Durchschnitt von Unternehmen aller Größenordnungen, betrage der Anteil nur 20 Prozent, hieß es.

Darüber hinaus sei auch eine Umfrage über die Auswirkungen von Covid-19 auf die Cybersicherheit durchgeführt worden. Bei dieser Befragung unter Cybersicherheitsexperten aus den USA, Großbritannien, Singapur und Italien geben demnach 91 Prozent an, dass das Angriffsvolumen zugenommen habe. Grund hierfür sei, dass mehr Mitarbeiter im Homeoffice arbeiteten. 92 Prozent sagten aus, dass ihre Organisationen Cyberangriffe im Zusammenhang mit Covid-19-Malware erlebt hätten. Die größte Sicherheitsbedrohung während Covid-19 stellt den Befragten zufolge dar, keine Multifaktor-Authentifizierung (MFA) einrichten zu können. 84 Prozent meldeten Lücken bei der Kommunikation mit externen Parteien, etwa mit Kunden, potenziellen Kunden und Partnern. 48 Prozent gäben an, dass die Lücken signifikant seien, hieß es. (ud)

Bildquelle: Photo by Franck V. on Unsplash


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