Datenschutzgrundverordnung findet bislang kaum Beachtung

Datenschutzgrundverordnung bislang kaum beachtet
16.06.2017

In weniger als einem Jahr drohen IT-Unternehmen in Deutschland Millionen-Bußgelder, wenn sie die europäische Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) nicht umgesetzt haben. Doch noch immer gibt jedes fünfte IT- und Digitalunternehmen (19 Prozent) an, sich noch gar nicht mit dem Thema beschäftigt zu haben. Jedes Dritte (34 Prozent) hat zumindest bereits erste Maßnahmen angefangen oder sogar schon umgesetzt. Vier von zehn Unternehmen (42 Prozent) beschäftigten sich aktuell mit dem Thema, haben jedoch noch keine Maßnahmen begonnen. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Bitkom-Umfrage unter mehr als 200 IT- und Digitalunternehmen.

Mit der Verordnung werden zahlreiche neue Informations- und Dokumentationspflichten eingeführt, die von IT-Unternehmen umgesetzt werden müssen. Vollständig neu sind gesetzliche Vorgaben wie die Berücksichtigung des Datenschutzes bei der Produktentwicklung oder die Durchführung einer Datenschutz-Folgenabschätzung. Von den IT- und Digitalunternehmen, die aktuell bereits erste Maßnahmen begonnen haben, haben 31 Prozent nach eigener Einschätzung gerade einmal höchstens 20 Prozent der notwendigen Arbeiten erledigt. „IT-Unternehmen, die bis jetzt die Vorgaben der DSGVO ignoriert haben, sollten sich dringend überlegen, wie sie das Thema schnellstmöglich aufarbeiten können“, betont Susanne Dehmel, Geschäftsleiterin Vertrauen und Sicherheit bei Bitkom. Die Frist bis zur tatsächlichen Anwendung der Verordnung läuft noch bis Mai 2018. Die IT-Unternehmen müssen bis dahin die Umsetzung in die Praxis abgeschlossen haben. Nach dem Stichtag können die Datenschutzbehörden Bußgelder in Höhe von bis zu 4 Prozent des weltweiten Umsatzes verhängen. (Stefan Hirschmann)

 

Bildquelle:  iStockphoto


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