Die Komplizen der Geldwäsche
25.01.2017

Die Grünen-Fraktion im Europaparlament hat eine Studie zu den Panama-Papieren, Offshore Leaks und Bahama Leaks vorgestellt, die zeigt, wer die Geschäfte für Steuerflucht und Geldwäsche über Panama für europäische Kunden möglich gemacht hat. Die Fraktion hat dafür öffentlich zugängliche Informationen statistisch ausgewertet. Zu den Mittelsmännern gehören demnach Schweizer Großbanken wie UBS und Credit Suisse sowie Anwaltsfirmen und Wirtschaftsprüfer.

„Diese Studie zeigt, dass Steuerflucht und Geldwäsche nicht die Sache von dubiosen Staaten in der Karibik sind. Möglich gemacht werden diese Geschäfte durch Banken, Anwaltsfirmen und Wirtschaftsprüfer, die in der Europäischen Union arbeiten und oft hier ihren Hauptsitz haben. Vor allem Schweizer und Luxemburger, aber auch französische und britische Institute haben sich an der Vermittlung solcher Geschäfte eine goldene Nase verdient. Sie machen sich zu Komplizen von Steuerflucht und Geldwäsche“, sagt Sven Giegold (Foto), wirtschafts- und finanzpolitischer Sprecher der Grünen/EFA-Fraktion und Co-Autor der Studie.

Die Regierungen der Mitgliedsländer sollen eine Untersuchung dieser Komplizen von Steuerflucht und Geldwäsche einleiten, fordert Giegold. Alle Helfer der Steuerflucht müssten effektiv reguliert und beaufsichtigt werden. Giegold will eine umfassende, unabhängige Überwachung von Vermittlern, um zu verhindern, dass Geldinstitute Steuervermeidung und Geldwäsche in Drittstaaten ermöglichen. Das gelte nicht nur für Banken, sondern auch für Rechtsanwälte, Notare, Steuerberater und Wirtschaftsprüfer. (S. Hirschmann)


[zurück]