Ehemaliger HSBC-Manager muss zwei Jahre hinter Gitter

Ehemaliger HSBC-Manager muss zwei Jahre hinter Gitter
27.04.2018

Ein ehemaliger hochrangiger Manager der britischen Bank HSBC ist am Donnerstag zu einer zweijährigen Haftstrafe verurteilt worden. Er war bereits im vergangenen Herbst für schuldig befunden worden, vertrauliche Informationen über eine Devisentransaktion eines Kunden in Höhe von 3,5 Mrd. US-Dollar ausgenutzt zu haben, um für die Bank Millionen Dollar an Gewinn zu machen. Mark J., der frühere globale Leiter des Devisenhandels, war der erste Banker, der infolge von Ermittlung des US-Justizministeriums wegen Wechselkursmanipulationen strafrechtlich belangt wurde.

Im Oktober hatte eine Jury in Brooklyn Johnson in einem Fall der Verschwörung zum Überweisungsbetrug und in acht Fällen des Überweisungsbetruges für schuldig befunden. In einem neunten Fall wurde er freigesprochen. Auf jeden Fall von Überweisungsbetrag stand eine Höchststrafe von 20 Jahren. Dabei ging es nicht um die Manipulation von Wechselkursen, die eigentlich im Fokus der US-Ermittlungen standen. Stattdessen wurden J. und ein Kollege wegen einer als "Front Running" bekannten Praxis angeklagt, bei der jemand mit Vorkenntnissen über einen großen Marktauftrag auf eigene Rechnung kauft und dann einen Gewinn erzielt, wenn die größere Transaktion den Preis in die Höhe treibt.

Die Staatsanwälte hatten für den Manager eine Haftstrafe von sieben Jahren gefordert, weil das Vorgehen zu einem finanziellen Verlust für den Kunden – ein Energieunternehmen – geführt und die Integrität der Devisenmärkte untergraben habe. Seine Verteidiger hatten mit Verweis auf seine "lange und makellose Bilanz ehrlichen, gesetzestreuen Verhaltens" gegen eine Gefängnisstrafe plädiert, wie aus Gerichtsdokumenten hervorgeht. Die Verteidiger wollen gegen das Urteil in Berufung gehen, wie einer der Anwälte sagte. Während des vierwöchigen Prozesses im vergangenen Herbst hatten sie argumentiert, dass J. im besten Interesse des Klienten gehandelt habe und warfen der Staatsanwaltschaft vor, normale Devisenhandelsaktivitäten zu kriminalisieren.

Der Manager hat die HSBC 2017 verlassen. Ein Kollege, der bereits 2014 ging, kämpft in Großbritannien gegen seine Auslieferung und wurde nicht zusammen mit J. angeklagt. Sein Anwalt für eine Stellungnahme nicht kurzfristig zu erreichen. (DJN) 

Bildquelle: ©violinconcertono3 | istockphoto.com


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