Erfolge im Kampf gegen Steuerhinterziehung
10.04.2019

Wenn Bürger ihr Geld am Fiskus vorbeischleusen, hat der Finanzminister das Nachsehen. Die Länder wirkten bei der Bekämpfung der Steuerhinterziehung lange Zeit wie zahnlose Tiger. Doch mittlerweile ist der Betrug am Staat schwieriger geworden. Vor allem der automatische Informationsaustausch, der 2017 von der OECD eingeführt worden war, hat sich offenbar als wirksames Instrument erweisen. Das geht aus einer aktuellen Studie einer Forschergruppe der Universität Bamberg hervor. Durch die Vorgabe der OECD werden Finanzinstitute aus rund 100 Ländern weltweit verpflichtet, Kapitalerträge automatisch den Herkunftsstaaten der Geldanleger zu melden.

Der Leiter des Forscherteams, der Politikwissenschaftler Thomas Rixen, betonte: „Höhere Transparenz durch den automatischen Informationsaustausch führt zu höheren Steuern auf Kapital.“ Viele Staaten hätten die Steuern auf Kapitalvermögen gesenkt, um im internationalen Steuerwettbewerb zu bestehen. Durch den automatischen Informationsaustausch erhielten sie ihre rechtmäßigen Steuern auf Kapital und könnten diese wieder erhöhen. „Sie gewinnen demokratischen Handlungsspielraum statt sich den Imperativen des Steuerwettbewerbs ergeben zu müssen“, erklärte der Wissenschaftler. Das zusätzliche Geld könne in bessere öffentliche Güter fließen, etwa in die Infrastruktur oder soziale Dienstleistungen.

Die Forscher gaben der Europäischen Union zudem Empfehlungen, wie der positive Effekt des automatischen Informationsaustausches noch verstärkt werden könne. Zum einen könnten sich weitere Staaten zur Teilnahme verpflichten. Zum anderen bestehe die Möglichkeit, neben dem Finanzvermögen auch Immobilien, Gold und anderes Vermögen zu erfassen. (ud)

Bildquelle: Freder | istockphoto.com


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