Erste Nationale Risikoanalyse zur Geldwäschebekämpfung
21.10.2019

Das Bundesfinanzministerium (BMF) hat am Montag die erste Nationale Risikoanalyse zur Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung (NRA) veröffentlicht. Sie diene dazu, das Risikobewusstsein im Bereich der Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung in Deutschland weiter zu schärfen, teilte das BMF in der Analyse mit. Die Geldwäschebedrohung für Deutschland werde vor dem Hintergrund der hohen wirtschaftlichen Attraktivität, der hohen Bargeldintensität des Wirtschaftskreislaufs sowie der ökonomischen Vielschichtigkeit insgesamt als mittel-hoch bewertet. Das Bedrohungspotenzial werde dabei durch anonyme Transaktionsmöglichkeiten verstärkt. Einer adäquaten Erfüllung der Sorgfaltspflichten durch die geldwäscherechtlich Verpflichteten komme somit eine besondere Bedeutung zur Verhinderung der Geldwäsche zu.

Wie es weiter hieß, bestehe aufgrund der hohen internationalen Verflechtung der deutschen Volkswirtschaft grundsätzlich ein hohes inhärentes Risiko bei bestimmten Cross-Border-Konstellationen. Dieses müssten Unternehmen mit Blick auf Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung als Teil ihres Risikomanagements bei innerbetriebliche Kontrollprozessen adressieren, um diesen Herausforderungen angemessen begegnen zu können. Das BMF teilte mit, dass die Ergebnisse der NRA künftig von den Verpflichteten des Geldwäschegesetzes gemäß § 5 Absatz 1 Satz 2 Geldwäschegesetz beim Erstellen ihrer eigenen Risikoanalyse berücksichtigt werden müssten. Sie würden ebenso im Rahmen der Gesetzgebung berücksichtigt.

Hinweise zu länder, produkt- und sektorspezifischen Risiken

Die BaFin erklärte, dass die NRA ein Kernelement des risikobasierten Ansatzes der Financial Action Task Force (FATF) sowie der vierten EU-Geldwäscherichtlinie sei. Sie analysiere die Stärken und Schwächen in der Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung in Deutschland und trage dazu bei, das nationale Risikobewusstsein weiter zu schärfen. Die NRA liefere der Aufsicht und den Verpflichteten, also insbesondere den von der BaFin beaufsichtigten Unternehmen, wichtige Hinweise zu länder, produkt- und sektorspezifischen Risiken. 

An der NRA waren laut BaFin seit Ende 2017 unter Federführung des BMF 35 Bundes- und Landesbehörden beteiligt. Dazu zählten demnach insbesondere die Bundesregierung, Strafverfolgungsbehörden, Nachrichtendienste, die Generalzolldirektion und Aufsichtsbehörden. Die Abteilung Geldwäscheprävention der BaFin unterstützte den Angaben zufolge maßgeblich die Arbeiten des BMF und leitete etwa die für die mit der Analyse des Finanzmarktes zuständige Arbeitsgruppe. „Es ist wichtig, den Verpflichteten eine Unterstützung bieten zu können. Wir erwarten, dass sie die für sie jeweils relevanten Aspekte auch entsprechend berücksichtigen“, erklärte Dr. Thorsten Pötzsch, Exekutivdirektor Abwicklung bei der BaFin. (ud).

Lesen hier die erste Na­tio­na­le Ri­si­ko­ana­ly­se im Be­reich „Be­kämp­fung von Geld­wä­sche und Ter­ro­ris­mus­fi­nan­zie­rung“.

Bildquelle: istock.com/Fokusiert


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