EU hat Banken wegen Anleihekartell im Visier
20.12.2018

Das EU-Kartellamt nimmt Medienberichten vom Donnerstag zufolge vier Banken wegen des Verdachts auf Absprachen beim Handel mit Dollar-Anleihen ins Visier. Die Kommission verdächtigt die Banken demnach, im Zeitraum von 2009 bis 2015 mehrfach sensible Geschäftsinformationen ausgetauscht und sich in Bezug auf die Preise abgesprochen zu haben. Die entsprechenden Kontakte seien hauptsächlich über Online-Chatrooms erfolgt. Sollte sich die vorläufige Auffassung der Kommission bestätigen, würde das Verhalten einen Verstoß gegen die EU-Vorschriften darstellen. Diese untersagen wettbewerbswidrige Geschäftspraktiken wie Preisabsprachen.

Die Absprachen bezogen sich den Angaben zufolge auf den Handel mit supranationalen, staatlichen sowie halbstaatlichen Anleihen (SSA-Anleihen) in Dollar. Die betroffenen Institute seien von der Kommission darüber informiert worden, dass sie damit womöglich gegen EU-Kartellvorschriften verstoßen hätten. Die EU gab nicht bekannt, um welche Institute es sich handelt. Die Deutsche Bank, einer der größten Anleihehändler der Welt, erklärte den Berichten zufolge, nicht mit einer Strafe zu rechnen. Da es sich um ein laufendes Verfahren handele, wolle man zu dem Verfahren keinen weiteren Kommentar abgeben. (ud)

Bildquelle: Markus Hofmann | istockphoto.com


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