EU-Länder wollen Behörde gegen Geldwäsche
29.10.2020

Die Finanzminister der EU-Staaten wollen offenbar eine EU-Behörde gegen Geldwäsche fordern sowie die Kommission dazu aufrufen, die EU-Regeln gegen Geldwäsche verstärkt zu harmonisieren. Der jüngste Entwurf zur „Bekämpfung der Geldwäsche und der Finanzierung des Terrorismus“ werde voraussichtlich auf dem nächsten Treffen der Finanzminister am 4. November angenommen, berichtete das Nachrichtenportal EURACTIV.com am Mittwoch, das den Schlussfolgerungsentwurf eingesehen habe.

Die EU-Finanzministerien wollten laut Entwurf Vorschläge für ein einheitliches EU-Regelwerk gegen Geldwäsche, um nationale Unterschiede bei der Umsetzung der EU-Richtlinien in nationales Recht zu vermeiden und gleichzeitig die Struktur und Aufgaben einer EU-Aufsichtsbehörde festzulegen. Das Hauptaugenmerk einer einheitlichen EU-Aufsichtsbehörde würde demnach zunächst auf einer begrenzten Anzahl von Instituten liegen, die nach einem Risikokriterium ausgewählt würden. Die neue EU-Institution dürfte auch „allgemeine Inspektionen“ vor Ort mit den nationalen Stellen durchführen sowie direkte Anweisungen erteilen oder Sanktionen verhängen.

Einige der Unternehmen, die in diesen Zuständigkeitsbereich der angedachten EU-Behörde fielen, seien Kredit- und Zahlungsinstitute, Wechselstuben, E-Geld-Institute, andere Finanzdienstleister, Anbieter von virtuellen Vermögenswerten und Anbieter von Depots, heißt es in dem Bericht. Die Kommission solle sich besonders darauf konzentrieren, einen „einheitlichen und hohen Standard bei der Sorgfaltspflicht gegenüber Kunden“ zu erreichen, insbesondere bei der Identifizierung der Kunden und der Überprüfung ihrer Identität, der Art und dem Zweck der Geschäftsbeziehung sowie der Überwachung der laufenden Transaktionen. (ud)

Bildquelle: iStock.com/gremlin


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