Ex-Händler von Deutsche Bank im Libor-Skandal schuldig gesprochen
18.10.2018

Im Libor-Skandal hat ein Gericht in Manhattan zwei ehemalige Händler der Deutschen Bank in New York und London schuldig gesprochen. Die beiden Händler hätten sich laut einer Mitteilung des US-Justizministeriums an illegalen Absprachen mit dem Ziel der Manipulation des Referenzzinssatzes beteiligt. Die Anwälte der beiden früheren Händler von Deutschlands größter Bank wollen gegen den Schuldspruch vorgehen. Es war der zweite Prozess in den USA gegen Händler, denen die Manipulation des Referenzzinssatzes zu ihrem eigenen Vorteil vorgeworfen wurde. Zwei ehemalige Rabobank-Händler wurden bereits 2015 in einem ähnlichen Fall verurteilt, ihre Verurteilung wurde in der Berufung allerdings später aufgehoben.

Der Libor (London Interbank Offered Rate) ist der Zins, zu dem sich Banken gegenseitig Geld leihen. Er ist auch der Referenzzinssatz, der unter anderem für die Berechnung des Kreditzinses herangezogen wird, und dient so als Basis für Finanzgeschäfte in Billionenhöhe. Er wurde in der Vergangenheit aus Vorschlägen von ausgewählten Banken berechnet, die auf subjektiven Einschätzungen der aktuellen Kreditbedingungen am Markt basierten, anstatt auf tatsächlich gezahlten Zinsen.

Während Zinsmanipulation weit verbreitet war, soll die Deutsche Bank den Behörden zufolge besonders aggressiv vorgegangen sein. Zudem habe die Bank die Untersuchung in die Länge gezogen, indem sie sich geweigert habe, vollständig zu kooperieren oder Ermittler sogar in die Irre geführt habe, hieß es. Die Frankfurter Bank hatte sich 2015 im Zusammenhang mit den Libor-Ermittlungen bereit erklärt, Strafen in Höhe von 2,5 Mrd. Dollar zu zahlen. Ein Sprecher der Deutschen Bank wollte sich am Mittwoch nicht zu dem Thema äußern. (DJN) 

Bildquelle: Chris Ryan | istockphoto.com


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