Forschung zum Videobeweis in der Bankberatung
02.04.2020

Banken sind dazu verpflichtet, Beratungsgespräche mit ihren Kunden über Wertpapiergeschäfte zu dokumentieren. Hierdurch sollen Anleger vor falscher Beratung geschützt werden. Der Gesetzgeber schreibt zu diesem Zweck vor, dass eine Geeignetheitserklärung ausgefüllt wird. Doch handelt es dabei um wirklich eine „wasserdichte“ Dokumentation? Prof. Dr. Lars Jäger von der Hochschule Worms, (Studienrichtung International Business Administration, bezweifelt das, teilte die Universität am Dienstag mit. Gerade im Bereich der Beratung in der Bankfiliale ist die Dokumentation laut Uni mangelhaft und führte in den letzten Jahren bei mehreren Tausenden Fällen zum Streit. Jäger zufolge wäre die Videoaufzeichnung des Beratungsgesprächs der „ultimative Nachweis“, um nachvollziehbar zu machen, was der Kunde wolle, was er bekommen habe bzw. was ihm versprochen worden sei.

Komme es zu einem Streitfall, so wären dann Zeugenaussagen mit Erinnerungslücken, ungefähre Angaben, „Hinzudichtungen“ etc. passé. Kunden, Bank, Ombudsstellen und Richter hätten die Möglichkeit, sich das Gespräch nochmals 1:1 anzusehen. Jäger erklärte: „Stellen Sie sich einmal vor, Sie haben das Gespräch gar im 360 Grad-Modus aufgezeichnet. Dann setzen Sie bequem die Datenbrille auf oder nehmen Ihr Smartphone. Film ab und Sie sind quasi mitten drin im Gespräch und können sich ansehen, wer wann, was genau gesagt hat.“ (ud)

Die Hochschule führt noch bis zum 30. April 2020 eine Kundenumfrage zum Thema Videodokumentation durch. Umfrage-Link: https://tinyurl.com/vwcqgct

Bildquelle: iStock.com/Borislav


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