G4C: COVID-19 lockt auch Cybergangster
02.04.2020

Gefühlt arbeitet derzeit mindestens die Hälfte der deutschen Arbeitnehmer im Homeoffice. Das trägt hoffentlich dazu bei, die Corona-Epidemie in den Griff zu bekommen. Andererseits bringt diese Situation neue Gefahren mit sich: sie strapaziert die IT-Sicherheit der Unternehmen. Das German Competence Center against Cyber Crime (G4C) warnt vor einer Zunahme von Cybercrime. Durch bestehende Schwachstellen und weitere Kommunikationswege könne die IT-Sicherheit durch DDoS-Angriffe, Ransomware oder Phishing strapaziert werden.

Denn derzeit versuchen auch viele Cyberkriminelle, die Krise für ihre dunklen Zwecke zu nutzen. „Das geschieht momentan insbesondere mittels Spam-Mails von scheinbar offiziellen Stellen mit angeblichen Ratschlägen zum Umgang mit dem Corona-Virus, die unsichere Links oder schadhafte Anhänge beinhalten“, erklärt Peter-Michael Kessow, Geschäftsführer des G4C. Sehr aktiv seien auch gefälschte Internet-Shops mit aktuell stark nachgefragten Artikeln wie Mundschutz oder Desinfektionsmitteln. Zudem verleiten interaktive Karten über die Verbreitung des Corona- Virus immer mehr User zu fatalen Klicks, über die sich beispielsweise Trojaner ausbreiten und Ransomware nachladen.
Das G4C ist ein Verband, der sich aus Mitgliedern der Wirtschaft (wie z. B. dem Kölner Bank-Verlag) sowie staatlichen Institutionen wie dem Bundeskriminalamt (BKA) und dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) zusammensetzt. Hier stellt der Verband ein neu aufgelegtes Informationsangebot rund um Ransomware zum Download zur Verfügung. Ein Mitgliedsunternehmen, der deutsche IT-Sicherheitsanbieter Link11, stellt aktuell allen Einrichtungen des öffentlichen Sektors seine Schutzlösungen vorübergehend kostenfrei zur Verfügung, denn Attacken auf die Netze der Organisationen, die sich etwa um die Gesundheit der Bevölkerung kümmern, wären bei der derzeitigen Belastung besonders erschreckend.

Gleichzeitig veröffentlichte G4C eine Checkliste zum sicheren Homeoffice-Arbeitsplatz, an der sich Unternehmer und Nutzer orientieren können. Diese kann man per E-Mail an info(at)g4c-ev.org anfordern. Das umfangreiche Dokument liefert wertvolle Tipps, um Homeoffice-Nutzer vor Schaden zu schützen, und informiert über Verantwortlichkeiten und Schutzvorkehrungen. (kra)

Billdquelle: Photo by Luther Bottrill on Unsplash


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