Geldwäsche: Anti-Mafia-Aktion in der Schweiz und in Italien

Geldwäsche: Anti-Mafia-Aktion in der Schweiz und in Italien
12.08.2020

Schweizerische und italienische Behörden sind in einer koordinierten Aktion gegen eine kriminelle Organisation aus dem Umfeld der kalabrischen Mafia ‘Ndrangheta vorgegangen. Der Gruppe wird unter anderem Schmuggel mit Falschgeld sowie Geldwäsche vorgeworfen. Wie die Schweizer Bundesanwaltschaft (BA) mitteilte, sei es in den Kantonen Aargau, Solothurn, Zug und Tessin kürzlich zu mehreren Hausdurchsuchungen gekommen. Dabei sei eine Person festgenommen worden. Eine beschuldigte Person sei in Italien verhaftet worden und bleibe vorerst dort in Untersuchungshaft. Zwei beschuldigte Personen seien in der Schweiz verhört und anschließend wieder auf freien Fuß gesetzt worden. Eine weitere beschuldigte Person befand sich demnach bereits in Italien in Haft, so die Behörde.

Das Strafverfahren richte sich zurzeit gegen insgesamt sechs Personen mit italienischer Staatsbürgerschaft, mehrheitlich mit Wohnsitz in der Schweiz. Die beschuldigten Personen werden den Angaben zufolge verdächtigt, zu einer italienischen ‘Ndrangheta-Organisation zu gehören und diese zu unterstützen. Aus den Ermittlungen habe sich ergeben, dass die Beschuldigten verschiedenen illegalen Aktivitäten nachgegangen seien. So solle etwa Falschgeld von Italien in die Schweiz geschmuggelt worden sein.

Der Mafia-Clan soll zudem jahrelang im großen Stil schmutziges Geld in Liechtenstein gewaschen haben, berichtete die Süddeutsche Zeitung. Darüber hinaus würden Aktivitäten im Bereich des Waffen- und Drogenhandels sowie im Bereich der Geldwäscherei vermutet, so die BA. Die Personen lebten seit vielen Jahren in der Schweiz und vermutlich sei die Ausführung illegaler Aktivitäten mit legalen Tätigkeiten einhergegangen, etwa mit Investitionen, Kreditvergaben oder auch dem Betrieb eines Restaurants, hieß es.

Den Beschuldigten werde die Unterstützung bzw. Beteiligung an einer kriminellen Organisation vorgeworfen, deren Entstehung, Existenz und kriminelle Energie durch rechtskräftige Urteile in Italien bereits nachgewiesen worden sei. (ud)

Bildquelle: Photo by Alicia Steels on Unsplash


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