Wie Cyberkriminelle ihre Beute zu Geld machen

Gravierende Schwächen bei Geldwäsche-Bekämpfung aufgedeckt
21.09.2020

Laut Recherchen eines internationalen Journalisten-Netzwerks gibt es im Kampf gegen internationale Geldwäsche weiter deutliche Defizite. Weltweit offenbaren demnach die am Sonntagabend bekannt gemachten Informationen aus einem Datenleck des US-Finanzministeriums, dass Banken aus aller Welt über Jahre hinweg Geschäfte mit hochriskanten Kunden abgewickelt hätten. Trotz strenger Regularien seien dabei mutmaßliche Kriminelle als Kunden akzeptiert und für diese Überweisungen in Milliardenhöhe ausgeführt worden. Die Institute hätten diese Vorgänge nur zögerlich und zum Teil mit jahrelanger Verspätung gemeldet.

Dies sei das Resultat einer Recherche mehrerer Medien-Partner, die unter dem Namen „FinCEN-Files“ veröffentlicht worden sei, wie mehrere Medien am Sonntag berichteten. Das US-Internetmagazin Buzzfeed News habe die Unterlagen mit dem Journalisten-Netzwerk ICIJ (International Consortium of Investigative Journalists) geteilt und auf diese Weise eine Recherche von 110 Medien aus 88 Ländern ermöglicht. Es handele sich insgesamt um mehr als 2.100 Geldwäsche-Verdachtsmeldungen aus den Jahren 2000 bis 2017, hieß es. Die Gesamtsumme der Transaktionen liege bei etwa 2 Bio. US-Dollar (aktuell 1,69 Bio. Euro). Die Deutsche Bank sei in dem Leak die Bank, auf die die meisten verdächtigen Überweisungen entfielen, hieß es.

Die Deutsche Bank erklärte dazu in Frankfurt am Main: „Das ICIJ hat über eine Reihe historischer Themen berichtet. Soweit sie sich auf die Deutsche Bank beziehen, sind sie den Aufsichtsbehörden bekannt. Die Themen wurden bereits untersucht und führten zu Einigungen mit den Behörden, in denen die Zusammenarbeit und die Mängelbeseitigung der Bank öffentlich anerkannt wurden. Wo nötig und angemessen, haben wir Konsequenzen gezogen.“ Soweit die vom ICIJ verwendeten Informationen aus Verdachtsmeldungen (sogenannten SARs) stammten, seien diese Informationen von einer Bank gemäß der gesetzlichen Regelung aktiv identifiziert und den Behörden mitgeteilt worden, so das Institut. „SARs enthalten Warnungen vor möglichen Probleme, können aber nicht mit einer Tatsachenbehauptung gleichgesetzt werden“, so die Bank in ihrer Erklärung. (ud)

Bildquelle: iStock.com/nito100


[zurück]