Hackerskandal weitet sich aus
01.08.2019

Die Datenpanne bei der Kreditkartenfirma Capital One schlägt in den USA seit Tagen hohe Wellen. Mittlerweile hat der Skandal offenbar Ausläufer bis nach Europa. Medienberichten vom Donnerstag zufolge könnte auch die italienische Großbank Unicredit betroffen sein. „Unicredit hat am 30. Juli erfahren, dass der Name der Bank im Zusammenhang mit dem Capital-One-Zwischenfall aufgetaucht ist. Unicredit hat die zuständigen Behörden kontaktiert und geht die Untersuchung aktiv an“, teilte das Institut in einem Statement mit. Die zuständigen Behörden seien informiert worden. Weitere Details wurden nicht genannt. Die Datensicherheit ihrer Kunden habe für die Bank höchste Priorität.

Die US-Bank Capital One war eigenen Angaben zufolge Opfer eines Hackerangriffs geworden. Eine inzwischen von der Bundespolizei verhaftete Person hatte sich Zugang zu den Daten von Kreditkartenanträgen und existierenden Kreditkarten verschafft, teilte die Bank am Montagabend mit. Laut Medienberichten soll es sich um eine 33 Jahre alte Software-Ingenieurin handeln. Sie hatte nach Angaben von Capital One die Kreditkartendaten von gut hundert Millionen Kunden erbeutet. Allerdings seien keine Kreditkartennummern oder persönliche Login-Daten ausgespäht worden, hieß es weiter. „Ich bedauere zutiefst, was passiert ist", teilte der CEO der Bank, Richard D. Fairbank, mit.

Nach bisherigen Erkenntnissen sei es unwahrscheinlich, dass die Täterin die gestohlenen Daten weiterverbreitet oder betrügerisch eingesetzt habe, erklärte Capital One. Die Daten aus den Jahren 2005 bis 2019 umfassten zum Beispiel die Adressen, Telefonnummern, E-Mail-Adressen und Geburtsdaten von Antragstellern und Kreditkartenkunden. Wie es weiter hieß, seien zum Teil auch Informationen zur Kreditwürdigkeit, dem Verfügungslimit der Karten und Transaktionen in den Besitz des Hackers gekommen.

Laut Capital One waren die technischen Beeinträchtigungen im System bereits am 19. Juli entdeckt und der Polizei gemeldet worden. Die Panne werde Capital One in diesem Jahr rund 100 bis 150 Mio. US-Dollar (bis zu 135 Mio. Euro) kosten, vor allem für Rechtskosten, Benachrichtigungen von Kunden und Umstellung der Technik. (ud)

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