Hohes Entdeckungsrisiko für Steuerpflichtige

Hohes Entdeckungsrisiko für Steuerpflichtige
07.08.2018

Beim automatischen Informationsaustausch über Finanzkonten (AIA) sind im September 2017 von ausländischen Behörden 1,5 Millionen Datensätze nach Deutschland übermittelt worden. Der zwischen Deutschland und 49 Staaten erfolgte Austausch soll im kommenden September erneut vorgenommen werden. Diesmal erfolge der Austausch mit insgesamt 102 Staaten beziehungsweise Gebieten, so der Informationsdienst „heute im Bundestag“ über eine Stellungnahme der Bundesregierung (19/3630) zu einer Kleinen Anfrage der Fraktion der FDP. Die Bundesregierung ist demnach sehr zufrieden mit der Zuordnung der übermittelten Daten zu den jeweiligen Steuerpflichtigen durch das Bundeszentralamt für Steuern. Die Ergebnisse lägen weit über dem Durchschnitt sonst üblicher Ergebnisse bei automatisierten Zuordnungsläufen.

Mit der Auswertung der Daten in den Landesfinanzbehörden soll Mitte 2020 begonnen werden. In den Datensätzen sei ein Volumen von Einkünften in Höhe von 58 Mrd. Euro sowie von Kontoständen in Höhe von 85 Mrd. Euro enthalten. Die Daten enthielten allerdings keine Bemessungsgrundlage für die Besteuerung in Deutschland, sondern seien lediglich ein Anhaltspunkt für die Veranlagung von Kapitalerträgen aus dem Ausland und Ausgangspunkt für weitere Prüfungen. Die Bundesregierung weist darauf hin, aufgrund des Informationsaustausches bestehe ein "hohes Entdeckungsrisiko für Steuerpflichtige, die nicht alle entsprechenden Einkünfte in ihrer Steuererklärung angeben."

Textquelle: hib 569 / 2018

Bildquelle: ©hidako | istockphoto.com


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