Korruptionsprävention ist Chefsache
09.12.2016

Der Berufsverband der Compliance Manager (BCM) hat die Notwendigkeit von Korruptionsprävention und -bekämpfung in Unternehmen und die damit einhergehende Verantwortung für Compliance-Manager unterstrichen. Wie die Ergebnisse der diesjährigen Berufsfeldstudie „Compliance Management 2016“ zeigen, zählt die Bekämpfung und Prävention von Korruption mit 85 Prozent mittlerweile zu den wesentlichen Aufgaben in Compliance-Abteilungen, Tendenz steigend. „Die vielzitierte Entscheidung des LG München in Sachen Neubürger belegt, dass das Top-Management auch bei Delegation der Korruptionsbekämpfung an eine Compliance-Organisation grundsätzlich verantwortlich bleibt“, so Dr. Wolfgang Strunk, Leiter der BCM-Fachgruppe Anti-Korruption. Gerade in Krisenzeiten müsse das Management den richtigen Ton angeben und Compliance nicht zu einem Lippenbekenntnis werden lassen. Das Phänomen der Korruption hat in seiner langen Historie immer wieder neue Facetten hervorgebracht – viele (spektakuläre) Korruptionsfälle haben in den vergangenen Jahren nicht nur die Medien beschäftigt, sondern auch die Strafverfolgungsbehörden. So lässt sich nicht nur eine in der Vergangenheit kontinuierlich steigende Anzahl von Strafverfahren in Deutschland und Europa feststellen. Auch die hohen Strafen für Unternehmen verdeutlichen die Brisanz. Dass die Korruptionsbekämpfung in absehbarer Zeit an Bedeutung verlieren könnte, scheint hingegen ausgeschlossen – nicht zuletzt die stellvertretende Justizministerin der USA, Sally Yates, hat mit dem vielzitierten „Yates-Memorandum“ im September des vergangenen Jahres noch einmal deutlich gemacht, in welche Richtung die weitere Entwicklung gehen könnte: Die persönliche Haftung der in Unternehmensdelikte involvierten Personen sowie die Möglichkeit von Unternehmen, auf ein Entgegenkommen der Justiz hoffen zu können – wenn sie denn die an einem Delikt beteiligten Personen „ans Messer liefern“.


Bildquelle: iStockphoto.com 


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