Korruptionsrisiken sind gestiegen
14.06.2016

Die Bekämpfung von Korruption und Bestechung steht bei einer Vielzahl von multinationalen Konzernen momentan nicht an erster Stelle der Prioritäten. Das hat eine Studie der internationalen Wirtschaftskanzlei Hogan Lovells ergeben, die dafür mehr als 600 Compliance-Verantwortliche auf der ganzen Welt befragt hat. Demnach steht die Korruptionsbekämpfung nur bei gut der Hälfte der Vorstandsvorsitzenden (54 Prozent) auf der Prioritätenliste ganz oben – in den USA (72 Prozent) und Japan (73 Prozent) liegt dieser Wert deutlich höher. Während in Deutschland nur jeder zweite Vorstandsvorsitzende regelmäßig an einem Anti-Korruptions-Training teilnimmt, sind es in den USA (67 Prozent) und Japan (68 Prozent). Das scheint sich auch auf die Risikobereitschaft der Topmanager auszuwirken: Während knapp zwei von drei US-Vorstandsvorsitzenden (64 Prozent) auf einen Geschäftsabschluss verzichten würden, bei dem ein Korruptionsverdacht besteht, würden das in Deutschland nach Angaben der befragten Compliance-Verantwortlichen nur 54 Prozent der Unternehmensführer tun; noch risikobereiter wären demnach nur die Entscheider bei französischen Großunternehmen (48 Prozent). Auf der anderen Seite gaben drei von vier befragten Compliance-Managern an, dass der Regulierungsdruck weltweit zugenommen habe. Tatsächlich drohen Unternehmen bei Verstößen nicht nur Ermittlungen von verschiedenen nationalen Behörden, sondern auch hohe Geldstrafen. Die Risiken sind wegen der fortgesetzten Globalisierung der Geschäftswelt und der gleichzeitigen Internationalisierung des Anti-Korruptionsrechts eher gestiegen.

 

Bildquelle: iStockphoto.com


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