Künftig gibt es fiktive wirtschaftlich Berechtigte
12.12.2018

Im Rahmen der Geldwäscheprävention stellt sich für Behörden die Frage, welcher wirtschaftlich Berechtigte sich hinter einer Firma verbirgt, gegen die ermittelt wird. Für die Fahnder ist es oft schwierig, die betreffende Person zu ermitteln. Um den Behörden die Arbeit zu erleichtern, hat die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) konkretisierende Auslegungs- und Anwendungshinweise zum Geldwäschegesetz (GwG) veröffentlicht. 

Demnach gelten qua Fiktion gesetzliche Vertreter, geschäftsführende Gesellschafter oder Partner des Vertragspartners als wirtschaftlich Berechtigte. Zudem verdeutlicht die BaFin die Pflichten im Zusammenhang mit der Identifizierung der Person. Mit der Veröffentlichung kommt die Behörde ihrem gesetzlichen Auftrag nach.

Nachdem die Anzeigen wegen des Verdachts auf Geldwäsche in Deutschland über Jahre gestiegen sind, hat sich dieser Trend zuletzt nicht fortgesetzt: Die Zahl der Verdachtsanzeigen fiel nach Angaben der Polizei im Jahr 2017 auf 10.015 Fälle. Geldwäsche wird laut Bundeskriminalamt (BKA) nach deutschem Strafrecht mit einer Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu fünf Jahren und in besonders schweren Fällen mit einer Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren bestraft. (ud)

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