Mainzer Bank muss knapp 15 Mio. Euro Strafe zahlen
25.09.2019

Die in Mainz ansässige North Channel Bank ist von einem dänischen Gericht zur Zahlung eines Bußgeldes von 110 Mio. dänischen Kronen (14,7 Mio. Euro) verurteilt worden. Hintergrund ist Medienberichten zufolge die Beteiligung an illegalen Steuergeschäften. Wie die Süddeutsche Zeitung berichtete, soll Dänemark in der Zeit von 2012 bis 2015 um umgerechnet knapp 1,7 Mrd. Euro betrogen worden sein. Angebliche US-Pensionsfonds hätten sich mit fingierten Aktiengeschäften vom Fiskus in Dänemark Steuern erstatten lassen, die jedoch nie gezahlt worden seien. Einige dieser Geschäfte seien über das Mainzer Kreditinstitut abgewickelt worden.

Wie es weiter hieß, ermitteln die Koblenzer Fahnder gegen insgesamt sieben frühere und aktive Mitarbeiter der Bank wegen des Verdachts der Geldwäsche. Sie sollen demnach geholfen haben, einen Betrag von umgerechnet rund 34 Mio. Euro aus mutmaßlichen Steuerdelikten in Dänemark und Belgien zu waschen. Mindestens 153 Mio. Euro aus Steuerdelikten sollen nach Erkenntnissen von Ermittlern im fraglichen Zeitraum durch das Institut abgeflossen sein, unter anderem weiter auf die Britischen Jungferninseln und nach Belize in Mittelamerika. Allerdings soll nicht die gesamte Summe strafbare Geldwäsche gewesen sein, hieß es.

Bank akzeptiert Bußgeld

Die North Channel Bank erklärte sich vor dem Amtsgericht Glostrup in Dänemark eigenen Angaben zufolge dazu bereit, das Bußgeld zu zahlen. „Wir möchten gerne zum Ausdruck bringen, dass wir als neue Geschäftsleitung der Bank damit zufrieden sind, dass mit dem Urteil ein Schlusspunkt in dieser Sache gesetzt wird,“ teilte die Geschäftsleitung des Geldhauses mit. Mit dem Urteil sei das Institut einen großen Schritt weiter in eine Richtung gekommen, der das Überleben des Hauses sichere.

Die Bank habe eine Vereinbarung mit allen am Verfahren beteiligten Gläubigern getroffen, die es dem Institut ermögliche, seine Geschäftsaktivitäten weiterzuführen und letztlich an neue Eigentümer verkauft zu werden, hieß es. Die Vereinbarung sei ein Resultat dessen, dass die jetzige Geschäftsleitung der Bank über einen längeren Zeitraum mit den Steuerbehörden der betroffenen Länder verhandelt habe, um eine Gesamtlösung für die Zukunft der Bank zu erwirken. „Die jetzigen Geschäftsführer hatten im Übrigen nichts mit den Transaktionen zu tun, die dem dänischen und belgischen Staat Schaden zugefügt haben“, so die Geschäftsleitung. (ud)

Bildquelle: istock.com/utah778 


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