Mehrere Razzien wegen illegaler Geldtransfers
20.11.2019

In fünf Bundesländern und den Niederlanden sind am Dienstag Razzien wegen des Verdachts auf illegale Geldtransfers in die Türkei durchgeführt worden. Die Behörden verdächtigen 27 Personen im Alter zwischen 23 und 61, ein verbotenes „Hawala-Banking“ betrieben zu haben. Auf diesem Wege sei mutmaßlich illegal erworbenes Vermögen in Höhe von mehreren Millionen Euro am legalen Bankensystem vorbei in andere Staaten transferiert worden, teilten die Staatsanwaltschaft Düsseldorf und das Landeskriminalamt Nordrhein-Westfalen mit. Gegen sechs Beschuldigte lägen Haftbefehle vor. Insgesamt seien über 850 Polizei- und Vollzugsbeamte sowie elf Staatsanwälte der Staatsanwaltschaft Düsseldorf im Einsatz gewesen, hieß es.

Das Hawala-Bankensystem ist vor allem in muslimischen Ländern verbreitet. Hierbei zahlt ein Kunde in einem Land Bargeld in einer sogenannten Annahmestelle ein. Diese setzt sich wiederum mit einem Partner am gewünschten Zielort in Verbindung, wo eine andere Person den Geldbetrag bar ausgezahlt bekommt. Auf diese Weise können kleinere und größere Summen ins Ausland überwiesen werden – und das ohne zeitlichen Verzug, anonym und mit geringen Kosten. Das System kommt oft bei Überweisungen in Länder zum Einsatz, die nur rudimentär in das internationale Bankwesen eingebunden sind. Migranten greifen auf die Netzwerke zurück, um Geld an ihre im Ausland lebenden Familien zu überweisen. (ud)

Bildquelle: istock.com/RyanJLane


[zurück]
Weitere interessante News