Mit Künstlicher Intelligenz gegen die Steuerkriminalität

Mit Künstlicher Intelligenz gegen die Steuerkriminalität
05.11.2018

Die hessische Steuerverwaltung wertet nach den so genannten Panama Papers auch die "Paradise Papers" und weitere umfangreiche Daten-Leaks aus. Wie der hessische Finanzminister Thomas Schäfer sagte, untersuchten die hessischen Behörden – federführend für die Steuerverwaltungen auch der anderen Bundesländer – gemeinsam mit dem Bundeskriminalamt Hinweise auf Steuerkriminalität in den "Papers". Dabei setzt Schäfer nun auch auf Künstliche Intelligenz (KI). 

"Die Herausforderungen angesichts immer komplexer und trickreicher werdender Fälle werden größer", so Schäfer. Hessen werde deshalb nun am Finanzamt Kassel-II-Hofgeismar eine Forschungsstelle zur Anwendung Künstlicher Intelligenz einrichten. Mehrere Wissenschaftler und IT-Spezialisten sollten dort der Frage nachgehen, wie mit KI große Datenmengen ausgewertet werden könnten. Die Auswertung der Paradise-Papers werde im Finanzamt Kassel-II-Hofgeismar in Zusammenarbeit mit der Oberfinanzdirektion Frankfurt vorgenommen.

Eine unter Beteiligung der Oberfinanzdirektion Frankfurt und mit Unterstützung der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main beim BKA eingerichtete "Besondere Aufbauorganisation" organisiere die Auswertungen. Das werde noch einige Zeit dauern. "Die Datensätze umfassen mehrere Millionen Dateien", so der Minister. Die Paradise Papers umfassten interne Dokumente zweier Treuhänder sowie diverse Handelsregister von Offshore-Staaten.

Weiter vorangekommen sind laut Schäfer bereits die Auswertungen der Panama Papers. Hessen hat daraus bereits Daten zu rund 1.000 Offshore-Gesellschaften an inländische sowie Daten zu rund 100 Offshore-Gesellschaften an internationale Steuerbehörden weitergeleitet. Zu den Panama Papers würden in Hessen derzeit über 100 Fälle auf ihre steuerliche Relevanz geprüft. Abschließende Ergebnisse lägen noch nicht vor. (DJN) 

Bildquelle: koya79 | istockphoto.com


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