Nordea räumt ein: AML-Systeme nicht robust genug
07.03.2019

Die skandinavische Großbank Nordea hat eingeräumt, dass ihre Systeme zur Verhinderung von Geldwäsche möglicherweise nicht robust genug waren, um Finanzkriminalität zu bekämpfen. Zuvor hatte ein Fernsehbericht Vorwürfe gegen die Nordea Bank erhoben, verdächtige Überweisungen mit Verbindungen zu russischen Geschäftsleuten abgewickelt zu haben.

Der staatliche finnische TV-Sender Yle berichtete in einer Sendung, das mindestens 700 Mio. Euro aus fragwürdigen Quellen durch Nordea geflossen seien - darunter 200 Mio. Euro, die auf Konten in Finnland überwiesen wurden. Laut Yle stehen die Überweisungen im Zusammenhang mit einem Netzwerk von Briefkastenfirmen, die Milliarden Euro weitergeleitet haben sollen. Der Sender beruft sich dabei auf Dokumente aus den Jahren zwischen 2005 und 2017. Dow Jones Newswires hatte selbst keinen Einblick in die Unterlagen.

"Die heute veröffentlichten Informationen drehen sich um einen Katalog von Anschuldigungen, über die zuvor von den Medien berichtet wurde und zu denen Nordea bereits Stellung genommen hat. Wir haben eine große Anzahl von Kundenbeziehungen und Transaktionen überprüft und den zuständigen Behörden gemeldet, wenn wir verdächtiges Verhalten festgestellt haben", teilte das Unternehmen mit. "Wir sind uns bewusst, dass unsere Systeme in der Vergangenheit möglicherweise nicht robust genug waren, um dieser Art von Finanzkriminalität zu begegnen. Das tut uns wirklich leid."

Nordea ist eine von mehreren skandinavischen Banken, gegen die derzeit wegen der Abwicklung verdächtiger Gelder aus Russland ermittelt wird. Im Zentrum des Geldwäscheskandals steht die dänische Danske Bank, deren Filiale in Estland verdächtige Transaktionen im Volumen von 230 Mrd. US-Dollar abgewickelt hat. Behörden zahlreicher Länder, darunter auch das US-Justizministerium, haben Ermittlungen gegen das Danske-Geschäft in Estland aufgenommen. Die Swedbank hat externe Wirtschaftsprüfer ins Haus geholt, um Betrugs- und Geldwäschevorwürfe prüfen zu lassen, nachdem das schwedische Fernsehen berichtet hatte, bei rund 50 Swedbank-Kunden gebe es verdächtige Kontobewegungen. Demnach flossen 5,8 Mrd. US-Dollar zwischen verdächtigen Konten bei der Swedbank und der Danske Bank im Baltikum im Zeitraum zwischen 2007 bis 2015. (DJN) 

Foto: ©imamember | istockphoto.com


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