PwC soll für Versäumnis 625 Millionen Dollar zahlen

PwC soll für Versäumnis 625 Millionen Dollar zahlen
03.07.2018

Den Wirtschaftsprüfer PricewaterhouseCoopers (PwC) kommt eine schwere Panne teuer zu stehen. Das Unternehmen muss laut einem Gerichtsurteil 625,3 Mio. US-Dollar Schadensersatz zahlen, da es ein Betrugsschema nicht entdeckt hatte, das einen der größten Bankenkonkurse der Finanzkrise auslöste. Einmal mehr werden sich auch Kritiker bestätigt sehen, die sich seit Langem um die Qualität der Testate der "Big Four" sorgen. 

Der Richterspruch in Zusammenhang mit der Pleite der Colonial Bank aus Alabama im Jahr 2009 ist eines der wichtigsten jemals gefällten Urteile wegen Versäumnissen einer Wirtschaftsprüfungsfirma. Dem jetzigen Urteil war im Dezember die Entscheidung von Bezirksrichterin Barbara Jacobs Rothstein vorausgegangen, die PwC Nachlässigkeit vorwarf, da nicht aufgedeckte wurde, dass ein Großkunde der Finanzfirma massiven Betrug begangen hatte.

Das aktuelle Urteil stimmt mit der US-Einlagensicherungsbehörde (FDIC) in der Höhe des Schadensersatzes überein. Diese Summe sei absolut von den Beweisen gedeckt, argumentiert die Richterin. PwC wollte eigentlich mit weniger als der Hälfte dieser Summe davonkommen. Das Unternehmen sei enttäuscht und beabsichtige, "diese Angelegenheit so schnell wie möglich anzufechten", sagte Philip Beck, Anwalt von PwC.

Das Betrugsschema lief darauf hinaus, dass die Taylor Bean & Whitaker Mortgage Corp seit Jahren ihr Konto bei der Colonial überzogen hatte, um eigene Fehlbeträge zu kaschieren. Unter anderem übertünchte Taylor Bean das, indem sie an Colonial Tausende Hypotheken veräußerte, die sie bereits an andere Investoren verkauft hatte. Als der Betrug aufflog, meldete Taylor Bean im August 2009 Konkurs an und kurz darauf folgte Colonial. Die FDIC kostete der Skandal mehrere Milliarden Dollar. (DJN) 

Bildquelle: ©RomoloTavani | istockphoto.com


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