Razzien wegen des Verdachts der Geldwäsche

Razzien wegen des Verdachts der Geldwäsche
13.08.2020

Es geht um Geldwäsche und Steuerhinterziehung: Frankfurter Strafverfolger haben in zwei Fällen Razzien in ganz Deutschland durchführen lassen. Einsatzkräfte des Bundeskriminalamts (BKA) durchsuchten im Auftrag der Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main Räumlichkeiten einer Im- und Exportfirma sowie Wohnräume eines Beschuldigten in Brandenburg wegen des Verdachts der Geldwäsche, teilten das BKA und die Staatsanwaltschaft mit. Dem Beschuldigten werde vorgeworfen, Gelder, die aus im Ausland begangenen Straftaten herrührten, in den legalen Wirtschaftskreislauf in Deutschland eingebracht zu haben, um so die tatsächliche Herkunft der Taterlöse zu verschleiern. Dies soll den Angaben zufolge etwa in der Weise erfolgt sein, dass über die Firmenkonten betriebsfremde Zahlungen für in Russland ansässige Privatpersonen geleitet worden seien. Ferner bestehe der Verdacht, dass von so genannten Offshore-Gesellschaften Gelder im Wert von mehr als 7 Mio. transferiert worden seien.

Die Verdachtslage für die Aufnahme der Ermittlungen gegen den Beschuldigten ergebe sich aus Daten aus dem Verfahrenskomplex des so genannten „Troika Laundromaten“. „Troika Laundromat“ bezeichne ein Geldwäschenetzwerk, in dessen Zentrum die ehemalige russische Investmentbank Troika Dialog stehe, die ein Netzwerk von Offshore-Gesellschaften mit Konten bei baltischen Banken unterhalten haben solle. Das BKA sei seit Anfang 2019 im Besitz von Datenbeständen zu diesem Netzwerk, hieß es.

Offenbar Offshore-Gesellschaften gegründet

In einem weiteren Verfahren ermitteln das BKA und die Finanzbehörden der Länder Hessen und NRW unter der Leitung der Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main demnach wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung und Geldwäsche gegen deutsche Kunden einer Bank mit Sitz in Puerto Rico. Die Beschuldigten würden verdächtigt, mit Hilfe der Bank Offshore-Gesellschaften gegründet zu haben, um Kapitalerträge vor dem deutschen Fiskus zu verbergen und die dafür anfallenden Steuern zu hinterziehen.

Im Zuge dieser Ermittlungen hätten Durchsuchungen in den Wohnräumen von sechs deutschen Beschuldigten in Hessen (Wiesbaden, Frankfurt am Main, Hattersheim, Neu-Anspach, Oberursel, Schwalbach am Taunus) und NRW (Bonn) sowie weitere Maßnahmen bei mehreren Banken im gesamten Bundesgebiet stattgefunden. Ziel der Durchsuchungen sei es gewesen, Beweismittel über nicht versteuerte Auslandseinkünfte der Beschuldigten zu erlangen und die tatsächlichen wirtschaftlichen Verhältnisse der Offshore-Gesellschaften in den Steueroasen aufzuklären, insbesondere die wirtschaftlich Berechtigten der jeweiligen Offshore-Gesellschaften festzustellen. Ermittlungen gegen weitere deutsche Kunden der Bank dauerten an. Ausgangspunkt der Ermittlungen seien Kundendaten aus Finanzdatenleaks. (ud)

Bildquelle: ©iStock.com/PT_Fotografi


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