Rekordniveau bei Geldwäscheverdachtsmeldungen

Rekordniveau bei Geldwäscheverdachts-meldungen
23.06.2017

Der aktuelle Jahresbericht der Financial Intelligence Unit (FIU) beim Bundeskriminalamt (BKA) verzeichnet mit rund 40 Prozent die höchste Steigerungsrate an Geldwäscheverdachtsmeldungen innerhalb der letzten 15 Jahre. Insgesamt 40.690 (2015: 29.108) Verdachtsmeldungen nach dem Geldwäschegesetz wurden 2016 an die FIU übermittelt, der Großteil davon von den Kreditinstituten. Mit 38 Prozent (2015: 32 Prozent) sind die meisten Bezüge zum Deliktsbereich Betrug festgestellt worden. Darunter fallen etwa auch der Warenbetrug über das Internet und der CEO-Fraud.

Durch die Erkenntnisse, die direkt aus den Verdachtsmeldungen gewonnen werden konnten und den anschließenden verfahrensunabhängigen Finanzermittlungen stellten die Ermittlungsbehörden insgesamt Vermögenswerte von rund 69,8 Mio. € sicher. Das sind 10 Prozent mehr als im Vorjahr. Auch die Terrorismusbekämpfung stand 2016 erneut im Fokus der FIU. Allein seit Juli 2016 gab es mehr Terroranschläge mit islamistischem Hintergrund in Deutschland als im gesamten Jahrzehnt zuvor. Im Nachgang zu diesen Taten erhielt die FIU zahlreiche Geldwäscheverdachtsmeldungen, die deutlich machten, dass die Terroristen nicht vollständig im Verborgenen agierten, sondern auch am Finanzmarkt teilnahmen und dort ihre Spuren hinterließen.

Seit ihrer Gründung im August 2002 wurden insgesamt über 210.000 Geldwäscheverdachtsmeldungen an die FIU übermittelt. Das Instrument der Verdachtsmeldung erwies sich vor allem im Bereich der Bekämpfung der Organisierten Kriminalität als hilfreich. In den letzten 10 Jahren wurden insgesamt 107 OK-Verfahren eingeleitet, denen eine Geldwäscheverdachtsmeldung zugrunde lag. Das sind durchschnittlich 5 Prozent aller in Deutschland geführten OK-Verfahren. Der FIU-Jahresbericht 2016 ist der letzte des Bundeskriminalamtes. Am 26.06.2017 wird die FIU in den Geschäftsbereich der Generalzolldirektion und damit in das Ressort des Bundesfinanzministeriums verlagert. (Stefan Hirschmann)

 

 

Bildquelle:  iStockphoto


[zurück]