Saudische Regierung will 800 Mrd. Dollar einziehen

Saudische Regierung will 800 Mrd. Dollar einziehen
09.11.2017

Die saudische Regierung plant, im Zug ihres Kampfs gegen die Korruption Bargeld und Wertpapiere im Wert von bis zu 800 Mrd. US-Dollar zu konfiszieren. In den letzten Tagen wurden bereits mehrere prominente Geschäftsleute festgenommen. Die Regierung hat außerdem über 60 Prinzen, Beamte und andere prominente Saudis verhaftet, so Insider. Die Zentralbank des Landes berichtete nun, dass sie auf Bitte des Generalstaatsanwalts die Bankkonten mehrerer Personen für die Dauer der Verfahren gegen sie eingefroren habe. Kronprinz Mohammed bin Salman, Sohn von König Salman, war im Juni zum Thronfolger ernannt worden, hat seitdem seine Macht konsolidiert und der Korruption auf den höchsten Ebenen den Kampf angesagt. Er will die ölabhängige Wirtschaft reformieren. Die Kampagne könnte auch die Staatskasse füllen: Das Vermögen, das durch Korruption zustande gekommen ist, soll offenbar in Staatseigentum umgewandelt werden. Dabei handelt es sich um eine Summe von bis zu 3 Bio. saudische Riyal (800 Mrd. US-Dollar).
Die Zentralbank hat laut Informanten eine Liste mit hunderten Namen an Kreditinstitute geschickt und sie gebeten, alle Konten einzufrieren, die mit diesen Namen in Verbindung stehen. "Das ist erst das Anfangsstadium der Kontosperrungen und Festnahmen. Es dürften noch mehr Personen betroffen sein, wenn die Ermittlungen voranschreiten", sagt ein saudischer Beamter. Die saudischen Antikorruptionsermittlungen laufen schon seit drei Jahren. Ein Großteil der Gelder ist im Ausland angelegt, wodurch es schwieriger für die saudische Regierung wird, sie zu beschlagnahmen. Die Festnahmen wurden von einer neuen Antikorruptionsbehörde unter der Leitung von Prinz Mohammed durchgeführt. Wirtschaftsminister Majid al Qasabi versicherte der Privatwirtschaft, die Ermittlungen würden die üblichen Geschäfte nicht stören. Die saudische Zentralbank informierte, dass nur persönliche und keine Geschäftskonten eingefroren wurden. Banken und Unternehmen könnten daher ihr Tagesgeschäft fortsetzen. (DJN)

 

Bildquelle: ©ooyoo / iStockphoto.com 


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