Societe Generale umgeht Rechtsstreit

Societe Generale umgeht Rechtsstreit
05.05.2017

Die französische Bank Societe Generale konnte durch eine Einigung einen Rechtsstreit mit Libyens Staatsfonds entgehen. Allerdings muss die Bank dafür tief in die Tasche greifen – insgesamt 963 Mio. €. Der Aktienkurs der Societe Generale gibt dabei um 1,3 Prozent nach.

In der Klage, die 2014 beim Londoner High Court of Justice eingereicht worden war, warf die Libyan Investment Authority den Franzosen vor, Bestechungsgelder von 58,5 Mio. € an einen Vertrauten eines Sohns von Libyens Ex-Machthaber Muammar al-Gaddafi gezahlt zu haben. Die mutmaßliche Bestechung habe dazu geführt, dass der Staatsfonds Geschäfte mit der Societe Generale gemacht habe, die schlussendlich zu einem Verlust geführt haben, hieß es in der Klageschrift. Der Fonds klagte bei der französischen Bank Anlageverluste in Höhe von 1,5 Mrd. $ ein. Die Societe Generale erklärte, sie bedauere den "Mangel an Vorsicht bei einigen ihrer Angestellten". "Societe Generale entschuldigt sich bei der Libyan Investment Authority und hofft, dass die Herausforderungen, die sich in dieser schwierigen Zeit in Libyens Entwicklung stellen, bald überwunden werden." Einzelheiten zu der Einigung wurden nicht veröffentlicht.

Einnahmen im Auftaktquartal gestiegen
Neben der Einigung gab die Societe Generale auch die Ergebnisse zum ersten Quartal bekannt. Die anhaltend niedrigen Zinsen und die neuen Rückstellungen für Rechtskosten haben das Ergebnis dabei geschmälert. Der Nettogewinn der nach Vermögenswerten drittgrößten Bank Frankreichs ermäßigte sich um 19 Prozent auf 747 Mio. € und verfehlte damit die Analystenerwartungen von 776 Mio. €. In den ersten drei Monaten stockte die Bank ihre gesamten Rückstellungen zur Beilegung von Rechtsstreitigkeiten um 350 Mio. € auf 2,4 Mrd. € auf. Die Einnahmen bei der Bank sind in den ersten drei Monaten um 5 Prozent auf 6,47 Mrd. € gestiegen. Wie der französische Konkurrent BNP Paribas Profitierte auch die Societe Generale von einer Erholung im Bondhandel. Das globale Banken- und Investorengeschäft der Bank - welches das Investment Banking, Sicherheitsdienstleistungen und das Asset Management umfasst - steigerte den Nettogewinn um 60 Prozent auf 383 Mio. € vor Einmaleffekten.

Im Bereich Internationales Retail-Banking und Finanzdienstleistungen berichtet die Societe Generale ein Wachstum von 44 Prozent auf 433 Mio. €. Im heimischen Privatkundengeschäft hat die Bank allerdings das verhaltene Wirtschaftswachstum, die Neuverhandlungen bei den Wohnungsbaudarlehen und die anhaltend niedrigen Zinsen zu spüren bekommen. Der Nettogewinn schrumpfte um 3 Prozent auf 319 Mio. €. (DJN)

 

 

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