UK-Kartellbehörde überprüft Devisenmarktermittlung
27.08.2014

In den Skandal um mögliche Manipulationen auf dem Devisenmarkt schaltet sich jetzt auch die britische Kartellbehörde CMA ein. Die Wettbewerbshüter haben jüngst Informationen zu ihrer eigenen Untersuchung an die Finanzaufsicht FCA weitergegeben, die bei der Aufklärung den Ton angibt. Dass die Kartellwächter jetzt an der vor 18 Monaten gestarteten Untersuchung teilnehmen, ist ein klares Signal. Anfangs drehte sich alles nur um einige Händler von Großbanken, die versucht hatten, wichtige Devisenkurse zu ihrem Vorteil zu manipulieren. Die CMA könne sowohl speziell wettbewerbsfeindliches Verhalten einzelner Institute unter die Lupe nehmen als auch kartellähnliche Strukturen auf dem Gesamtmarkt, erklärt Partner Ian Giles von der Londoner Kanzlei Norton Rose Fulbright. Gleichzeitig verfüge die Behörde über erhebliche Daumenschrauben und könne dank des britischen Kartellrechts "potenziell drastische Strafen" verhängen. In die Devisenmarktermittlungen sind Behörden in den USA, Asien und Europa involviert. Die FCA sprach im Juli von einer noch nie dagewesenen globalen Kooperation. In 52 Fällen habe es Anfragen anderer Regulatoren gegeben. Ebenfalls im Juli hatte die britische Betrugsbehörde SFO den Faden aufgenommen und sammelt ebenfalls Daten zur möglichen Manipulation auf dem Devisenmarkt, an dem täglich 5,3 Billionen US-Dollar umgesetzt werden. Seit Beginn der Devisenmarkt-Ermittlungen sind mehr als 30 Mitarbeiter an unterschiedlichen Standorten von rund einem Dutzend Banken entweder auf die Straße gesetzt oder suspendiert worden. Die FCA wird nach eigenen Angaben die Ergebnisse ihrer Untersuchung kaum vor dem Jahr 2015 veröffentlichen.

 

 

 

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