US-Strafzahlungen belasten die Credit Suisse
14.02.2017

Die Schweizer Großbank Credit Suisse hat wegen eines teuren Vergleichs in den USA auch 2016 einen Milliardenverlust verzeichnet. Für das neue Jahr weckte die Bank aber Hoffnungen auf eine Erholung. Der Blick in die Zukunft hat denn auch an der Börse mehr Gewicht als der auf das abgelaufene Jahr. Die Aktie steigt im frühen Handel um rund 3 Prozent. Mit der mehr als 5 Milliarden US-Dollar teuren Beilegung des Rechtsstreits sei ein bedeutender Unsicherheitsfaktor ausgeräumt und ein wichtiges strategisches Ziel erreicht worden, stellte CEO Tidjane Thiam anlässlich der Bekanntgabe der Zahlen 2016 fest. Die Bank sehe sich "gut aufgestellt, um Chancen profitablen Wachstums in unserem Geschäft zu nutzen". Gestützt wird die Erwartung von der aktuellen Entwicklung. Im Januar habe die Bank Zuflüsse in allen Vermögensverwaltungsbereichen verzeichnet. Auch das Investmentbanking habe einen guten Start in das neue Jahr gehabt. Die Handelsaktivitäten der Kunden erholten sich. Die Bank hatte im Dezember eine Einigung mit den US-Behörden im Streit um fragwürdige Hypothekengeschäfte über rund 5,3 Milliarden US-Dollar erzielt. Seinerzeit hatte die Credit Suisse angekündigt, dass das Viertquartalsergebnis dadurch mit 2 Milliarden Dollar vor Steuern belastet werde.

In diesem und im kommenden Jahr will die Bank ihr Restrukturierungsprogramm weiter fortsetzen. Um die Kosten bis Ende 2017 unter 18,5 Milliarden Franken zu drücken, sollen in diesem Jahr 5.500 Stellen abgebaut werden, hieß es. Im Schlussquartal 2016 summierte sich der Verlust auf 2,35 Milliarden Schweizer Franken, wie das Geldhaus mitteilte. An der Börse nahmen Investoren den wenig überraschend angefallenen Verlust gelassen hin und konzentrierten sich auf deutlich bessere Kapitalquoten. Die Kernkapitalquote betrug im jüngsten Quartal 11,6 Prozent. Sie lag damit zwar unter der des dritten Quartals, der Rückgang fiel aber kleiner aus als von Analysten befürchtet.


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