Wie Cyberkriminelle ihre Beute zu Geld machen

Verhaltenskosten: Verstoß gegen Vorschriften kostet Banken Milliarden
18.09.2020

Fehlverkäufe, Geldwäsche, Marktmissbrauch: Der Verstoß gegen Vorschriften kommt Banken global teuer zu stehen. Die 20 weltweit führenden Kreditinstitute haben von Januar 2008 bis Dezember 2018 insgesamt Verhaltenskosten in Höhe von über 377 Mrd. GBP (Great Britain Pound) bezahlt. Dies umfasst alles von Geldstrafen, Urteilen und Vergleichen gegen die Bank über Gewinnausschüttungen, Kosten für den Rückkauf von Wertpapieren zum Nennwert bis hin zu privaten Handlungen, die sich auf Fehlverhalten beziehen. Das geht aus dem jüngsten Bericht des CBR Conduct Costs Project hervor, das vom Centre for Banking Research (CBR) an der Business School (ehemals Cass) der City, University of London ins Leben gerufen wurde. Das Projekt bietet unter anderem Einblicke in die Kultur, das Verhalten, die Kompetenz und die regulatorischen Risiken von Banken.

Auf die US-Banken entfielen demnach 202,5 Mrd. GBP – etwa 55 Prozent – der Gesamtkosten. Britische Banken hätten 86,09 Mrd. GBP, mehr als doppelt so viel wie Banken der Eurozone (41,31 Mrd. GBP) und Schweizer Banken (40,19 Mrd.), gezahlt, hieß es. Nahezu 60 Prozent des Gesamtbetrags von 377 Mrd. GBP seien auf regulatorisch gelenkte Rechtsbehelfe entfallen, wobei die Banken Ausgaben tätigten, um frühere Diskretionen zu beheben oder die Vorschriften besser einzuhalten. Verhaltenskosten traten den Angaben zufolge am häufigsten durch Verstöße gegen die Integrität des Unternehmens – ein Verhalten, das das Vertrauen in die Bank untergrabe – oder durch Versäumnisse im Unternehmensverhalten auf. Professor Barbara Casu, Direktorin des Zentrums für Bankenforschung und Professorin für Finanzen an der Business School (ehemals Cass), erklärte: „Banken stehen an der Spitze der globalen Wirtschaft und Gesellschaft, daher ist es wichtig, dass sie sich positiv in ethischer und rechtlicher Hinsicht engagieren.“

Professor Rym Ayadi, Präsident der EMEA und Honorar-Gastprofessor an der Business School, fügte hinzu: „Da wir vor einer weiteren Periode politischer und wirtschaftlicher Instabilität stehen, werden die Banken wieder verstärkt ins Rampenlicht rücken – wie bereits 2008. Es ist von entscheidender Bedeutung, dass der Sektor in Zeiten der Unsicherheit ein gewisses Maß an Compliance und das Vertrauen der Stakeholder aufrechterhält.“ (ud)

Bildquelle: iStock.com/tzahiV


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