Visa und Mastercard kurz vor Einigung mit Händlern

Visa und Mastercard kurz vor Einigung mit Händlern
29.06.2018

Die Kreditkartenunternehmen Visa und Mastercard stehen offenbar kurz vor der Beilegung ihres seit Jahren schwelenden Streits mit Händlern über die Gebühren, die bei der Nutzung der Karten berechnet werden. Ein geplanter Vergleich sehe vor, dass Visa, Mastercard und eine Reihe von Banken wie JP Morgan Chase & Co, Citigroup und Bank of America, die Debit- und Kreditkarten ausgeben, den Händlern rund 6,5 Mrd. US-Dollar zahlen sollen, sagten mit den Vorgängen vertraute Personen. Wie sich der Betrag auf die beteiligten Unternehmen aufteile, sei unklar. Die Beteiligten hätten das Bezirksgericht des Eastern District of New York nun darüber informiert, dass ein Vergleich erzielt worden sei, hieß es. Bis Mitte Juli soll der Entwurf dafür stehen. Eine endgültige Version soll dem Gericht Mitte August vorgelegt werden.

Zentraler Streitpunkt sind die sogenannten Interbankenentgelte. Sie werden von den Kartenunternehmen festgesetzt. Die Händler haben diese letztlich zu zahlen, wenn Kunden mit einer Karte bezahlen. Der Handel führt ins Feld, dass Kartenherausgeber und Banken sich abgesprochen und so die Gebühren in die Höhe getrieben haben. Ins Rollen kam das Verfahren 2005 mit einer Sammelklage des Handels gegen Visa, Mastercard und die größten Banken, die Karten anbieten. Ein Vergleichsangebot von 7,25 Mrd. Dollar aus dem Jahr 2012 lehnten die Kläger ab. Sie hätten bei Annahme keine weiteren Klagen gegen mögliche künftige Gebührenerhöhungen einreichen dürfen. Ein Berufungsgericht kassierte die Entscheidung schließlich ein mit der Begründung, der Handel sei nicht ausreichend repräsentiert gewesen. Der Supreme Court lehnte es im vergangenen Jahr ab, den Fall zu verhandeln, und verwies ihn zurück an das Bezirksgericht. Auch der neue Vergleich sähe Restriktionen bei künftigen Klagen vor, hieß es von den Informanten. 

Der Handel hatte vor wenigen Tagen einen Rückschlag im Streit mit dem Kartenanbieter American Express erlitten. Der Oberste Gerichtshof entschied, dass für einen Verstoß des Konzerns gegen das Wettbewerbsrecht nicht genügend Beweise vorgelegt worden seien. Die US-Regierung hatte dem Unternehmen vorgeworfen, Einzelhändlern untersagt zu haben, Kreditkarten von anderen Anbietern mit niedrigeren Gebühren zu akzeptieren. (DJN)   

Bildquelle: ©Gajus | istockphoto.com


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