Washingtons Justiz klagt türkische Bank an
16.10.2019

Die US-Justiz hat das staatliche türkische Kreditinstitut Halkbank angeklagt. Der Bank wird Betrug, Geldwäsche und die Umgehung von Iran-Sanktionen in Milliardenhöhe vorgeworfen. Der New Yorker Staatsanwalt Geoffrey Berman erklärte Medienberichten zufolge, dass das „wagemutige“ Vorgehen des Instituts von ranghohen türkischen Regierungsvertretern unterstützt worden sei. Nach Auffassung der Anklage soll die Halkbank von 2012 bis 2016 etwa 20 Mrd. Dollar (rund 18,1. Mrd. Euro) an iranischen Geldern verschoben haben, hieß es. Die Beziehungen zwischen Ankara und Washington sind vor dem Hintergrund des türkischen Einmarschs im Norden Syriens derzeit bereits stark belastet.

Wie es weiter hieß, ist es nicht das erste Mal, dass die US-Justiz gegen die Halkbank ermittelt. Führende Mitarbeiter der Bank, darunter der Ex-Vizechef Hakan Atilla, hätten bereits in den USA vor Gericht gestanden. Atilla sei 2018 in New York zu einer Haftstrafe von 32 Monaten Haft verurteilt worden, er sei jedoch im Juli in die Türkei überstellt worden. Präsident Recep Tayyip Erdogan hatte den Angaben zufolge den Schuldspruch Atillas heftig kritisiert. Der Prozess gegen den Banker hatte die Beziehungen der beiden Länder stark belastet, hieß es. Die Halkbank mit Hauptsitz in Ankara wurde 1933 gegründet und ist die siebtgrößte Bank der Türkei. (ud)

Bildquelle: istock.com/spxChrome


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