Wenig Vertrauen in Compliance-Management
16.11.2016

Von Stefan Hirschmann

Justiz und Polizei werden in Deutschland als besonders wenig korrupt wahrgenommen. Auch von Vertretern der Politik, Verwaltung und religiösen Institutionen nehmen nur jeweils weniger als 10 Prozent der deutschen Befragten an, mehrheitlich korrupt zu sein. Dies geht aus dem Globalen Korruptionsbarometer 2016 der Antikorruptionsorganisation Transparency International hervor. Insgesamt schneidet Deutschland im internationalen Vergleich am besten ab. Allerdings fällt bei der Wirtschaft die Wahrnehmung deutlich negativer aus. Ein Drittel der Befragten in Deutschland nimmt an, dass alle oder die meisten Unternehmensleitungen in korrupte Machenschaften involviert sind. Tatsächlich haben die jüngsten Skandale das Vertrauen in die Integrität der Führungsetagen nachhaltig erschüttert. Viele glauben, dass die Unternehmen trotz eigener Compliance-Abteilungen und umfangreicher Regelwerke nicht über die angemessenen Instrumente verfügen, um Korruption wirkungsvoll zu bekämpfen. „Das Ideal des ehrbaren Kaufmanns scheint für viele aus der Zeit gefallen. Wir sehen jedoch, dass das beste Compliance-Management-System versagt, wenn Integrität nicht von der Unternehmensleitung vorgelebt wird“, so Edda Müller, Vorsitzende von Transparency Deutschland. Für das aktuelle Globale Korruptionsbarometer wurden in Europa und Zentralasien fast 60.000 Personen in 42 Ländern befragt. In Deutschland hat das Meinungsforschungsunternehmen TNS Opinion, im Auftrag von Transparency International, 1.500 Personen interviewt.

 

Bildquelle: © beeboys - Fotolia

 

 


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