Wie Cyberkriminelle ihre Beute zu Geld machen

Wie Cyberkriminelle ihre Beute zu Geld machen
11.09.2020

Die Finanzbranche kämpft weltweit in zunehmendem Maße gegen die Gefahren der Cyberkriminalität. Die Angriffe sind für Banken und Finanzdienstleister oft mit hohen Folgekosten verbunden. In einem aktuellen Report wird nun das komplexe Netz aus Helfern bei der Geldbeschaffung, Scheinfirmen und Kryptowährungen beschrieben, das Kriminelle nutzen, um nach einem Cyberangriff Geld aus dem Finanzsystem abzuschöpfen. Der Bericht beleuchte die letzte Phase des Geldwäscheprozesses und unterstütze damit die Bemühungen von Banken, Cyberangriffe zu verhindern, aufzudecken und darauf zu reagieren, teilte das Technologieberatungsunternehmen BAE Systems Applied Intelligence am Donnerstag mit. Der Bericht war von SWIFT, einem Anbieter von sicheren Finanznachrichtendiensten, in Auftrag gegeben worden.

Geldwäscher seien sehr einfallsreich darin, sich liquide Finanzmittel zu verschaffen und eine anschließende Nachverfolgung der Gelder zu verhindern, hieß es. So rekrutierten Cyberkriminelle häufig arglose Jobsuchende als sogenannte Geld-Esel für das Abschöpfen von Geldern, indem sie seriös klingende Stellenanzeigen schalteten, in denen sogar auf die Verpflichtungen der Firma bezüglich Vielfalt und Inklusion hingewiesen werde. Sie nutzen den Angaben zufolge das Wissen von Insidern in Finanzinstitutionen, um die Know-Your-Customer- und Due Diligence-Checks der Compliance-Teams bei Kontoeröffnungen zu umgehen.

Digitale Transaktionen sind verlockend

Während die Zahl der identifizierten Fälle von Geldwäsche mithilfe von Kryptowährungen bisher niedrig sei, habe es einige größere Vorfälle gegeben, bei denen es laut dem Bericht um Millionen von Dollar ging. Digitale Transaktionen seien so verlockend, weil sie in einem Partner-zu-Partner-Verfahren abgewickelt würden, mit dem sie die Compliance- und KYC-Prüfungen von Banken umgehen könnten. Dazu braucht es den Angaben zufolge häufig lediglich eine E-Mail-Adresse.

Simon Viney, Cyber Security Financial Services Sector Lead bei BAE Systems, erklärte: „Die Folgen der Aktionen von Cyberkriminellen und -banden auf der ganzen Welt führen schätzungsweise zu jährlichen Verlusten von über 1,5 Bio. US-Dollar.“ Brett Lancaster, Leiter des Customer Security Programme bei SWIFT, betonte: „Der Bericht macht deutlich, dass die Zunahme der Cyberangriffe auch die Notwendigkeit einer Konvergenz der Prozesse zur Bekämpfung von Geldwäsche, Betrug und Cybersicherheit in den Finanzinstituten erhöht. Sie müssen den Informationsaustausch verbessern, die Sorgfaltspflichten verschärfen und intelligent in die Wartung von Systemen investieren, um ihre Abwehrkräfte zu stärken.“ (ud)

Lesen Sie hier den vollständigen Bericht „Follow the Money“, der beleuchtet, wie Kriminelle nach einem Cyberangriff Geld aus dem Finanzsystem abschöpfen.

Bildquelle: iStock.com/domoyega


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