Wirecard-Pleite: Scholz will Finanzaufsicht reformieren

Wirecard-Pleite: Scholz will Finanzaufsicht reformieren
06.07.2020

Bundesfinanzminister Olaf Scholz will als Konsequenz aus dem Bilanzskandal um den insolventen DAX-Konzern Wirecard die deutsche Finanzaufsicht stärken. Der Gesetzgeber habe jetzt die Aufgabe, „die Schutzmechanismen zu überprüfen und zu verbessern", erklärte der SPD-Politiker im Gespräch mit der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ (FAS). Die BaFin müsse mehr Durchgriffsrechte bei der Kontrolle von Bilanzen erhalten.

Die Aufsicht brauche „die Möglichkeit, jederzeit Sonderprüfungen in großem Umfang durchführen zu können", forderte der Minister. „Wenn wir zu dem Ergebnis kommen, dass die BaFin mehr Geld, mehr Stellen und mehr Kompetenzen benötigt, werde ich mich dafür einsetzen, dass das passiert“, sagte der Politiker der Zeitung. Zustimmung zu den Plänen von Scholz kam aus der Union: „Das unmittelbare Durchgriffsrecht muss die BaFin bekommen, und wir werden eine gesetzliche Änderung unterstützen“, sagte die finanzpolitische Sprecherin der Unions-Bundestagsfraktion, Antje Tillmann (CDU), dem „Handelsblatt“ (Montagsausgabe).

Der Zahlungsdienstleister Wirecard hatte kürzlich bekanntgegeben, dass 1,9 Mrd. Euro, die die Firma auf Treuhänderkonten verbucht hatte, höchstwahrscheinlich nicht existieren. Das Unternehmen mit Sitz in Aschheim bei München meldete inzwischen Insolvenz an. (ud)

Bildquelle: Photo by Markus Winkler on Unsplash


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