Wirtschaftlichen Erfolg und Governance teilen

Wirtschaftlichen Erfolg und Governance teilen
10.10.2017

Die Eurex Clearing AG will ihr Geschäft mit Zinsswaps ausbauen und dazu ihre Kunden mit ins Boot holen. Wie die Tochter der Deutschen Börse AG mitteilte, startet sie Partnerschaftsprogramm, das Banken an den Erträgen des Clearings beteiligen soll. Der Schritt dürfte darauf zielen, möglichst dauerhaft Geschäft auf die eigene Plattform zu bekommen, das nach dem bevorstehenden EU-Austritt Großbritanniens möglicherweise nicht mehr in London abgewickelt werden kann. Nach Eurex-Angaben haben Deutsche Bank, Bank of America Merrill Lynch, Citigroup, Commerzbank, Deutsche Bank, J.P. Morgan und Morgan Stanley Interesse angemeldet.

Laut einer Eurex-Mitteilung soll das Programm "die Entwicklung eines alternativen Angebots für das Clearing von Zinsswaps in der Europäischen Union beschleunigen". Es sei gemeinsam mit Marktakteuren gestaltet worden, darunter Handelshäuser, Endkunden und Handelsplattformen. Demnach sollen Kunden und Eurex Clearing den wirtschaftlichen Erfolg des Angebots sowie die Governance der Zentralen Gegenpartei teilen. Sie trügen dadurch gemeinsam Verantwortung für den Aufbau eines liquiden Markts. Diese marktorientierte Initiative nutze den Kunden und stärke den gesamten Finanzmarkt, da sie Wahlmöglichkeiten und Wettbewerb fördere, die Preistransparenz erhöhe und Konzentrationsrisiken reduziere, so Eurex Clearing-CEO Eric Müller. Die zehn aktivsten Akteure sollten in den Aufsichtsrat von Eurex Clearing einziehen, außerdem solle ein Advisory Committee gegründet werden. Banken, die das Eurex-Angebot bis 20. November annehmen, sollen laut Mitteilung Vorteile erhalten.

Gegenwärtig werden über 90 Prozent aller auf Euro lautenden Zinsswaps von der in London beheimateten LCH abgewickelt. Allerdings dürfte das mit dem bevorstehenden EU-Austritt Großbritanniens ein Ende haben. Eurex Clearing wäre dann das einzige verbleibende Unternehmen in der EU, das über eine Lizenz für das Clearing von Zinsswaps verfügt. Die geplante Fusion von Deutscher Börse und London Stock Exchange (LSE), zu der LCH gehört, war am Brexit-Votum der Briten gescheitert. Wichtigster Grund waren die regulatorischen Forderungen der europäischen Aufsichtsbehörden für das Euro-Clearing gewesen. (DJN)

 

Bildquelle: ©William Perugini - iStockphoto.com

 

 

 


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